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Systeme & Betrieb · Backup & Restore

Backup- und Restore-Systeme implementieren

Du planst und baust eine Datensicherung, die im Ernstfall tatsächlich funktioniert, und beweist es mit einem Restore.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 24 Std. SelbststudiumPlattformentwicklung: 2. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Backup#Restore#3-2-1-Regel#RPO#RTO#Veeam#Ransomware-Schutz#Aufbewahrung#Disaster Recovery

Überblick

Worum geht es?

Backup ist keine Software, die man installiert und vergisst, sondern ein Konzept. Du klärst zuerst, welche Daten wie wichtig sind und wie viel Verlust und Ausfallzeit verkraftbar sind. Daraus leitest du Sicherungsart, Rhythmus, Aufbewahrung und Speicherorte ab. Danach setzt du die Lösung um, sicherst sie gegen Ransomware ab, überwachst die Jobs und führst Restore-Tests durch, vom einzelnen Dokument bis zur ganzen VM.

Wofür brauchst du das?

Ein verschlüsselter Fileserver, ein defektes RAID oder eine versehentlich gelöschte Kundenmappe: Im Lehrbetrieb ist das keine Theorie. Ob die Firma danach weiterarbeiten kann, hängt fast immer an der Sicherung. Versicherungen und Kunden fragen inzwischen gezielt nach Offline-Kopien und Restore-Tests, und das revDSG verlangt angemessene Massnahmen gegen Datenverlust. Das Modul hängt eng mit 141 (Datenbanken), 190 (Virtualisierung) und 185 (KMU-Sicherheit) zusammen.

Das solltest du schon können

  • Windows- oder Linux-Server installieren, Freigaben und Dienste einrichten (Modul 123)
  • Ein kleines Netzwerk mit Server, NAS und Clients verstehen und dokumentieren (Modul 117)
  • Grundbegriffe zu Speicher kennen: RAID, Partition, Dateisystem, NAS

Typische Tools & Technologien

Veeam Backup & ReplicationWindows Server-SicherungSynology Hyper Backup / Active BackupProxmox Backup Serverrestic / BorgBackupMicrosoft 365 Backup (z.B. Veeam for M365)S3-kompatibler Speicher

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Schutzbedarf, RPO und RTO mit dem Betrieb festlegen

    Kompetenz A

    Du findest heraus, welche Systeme und Daten es gibt, wie kritisch sie sind und wie lange der Betrieb ohne sie auskommt. Daraus entstehen pro System messbare Ziele für den maximal tolerierbaren Datenverlust (RPO) und die maximale Wiederherstellungszeit (RTO).

    Situation

    Eine Physiotherapie-Praxis mit 8 Mitarbeitenden hat einen Server mit Praxissoftware, Fileshare und Buchhaltung. Ein Backup gibt es nur auf einer USB-Platte, die seit Monaten am Server hängt.

    Deine Aufgabe

    Erhebe mit der Praxisleiterin den Schutzbedarf und formuliere RPO und RTO pro System.

    Gutes Ergebnis

    Tabelle mit drei Systemen: Praxissoftware RPO 1 Std. / RTO 4 Std., Fileshare RPO 24 Std. / RTO 1 Tag, Buchhaltung RPO 24 Std. / RTO 2 Tage. Begründung: ohne Praxissoftware keine Termine und Abrechnung.

    SchutzbedarfRPORTOBusiness ImpactDatenklassifikation
  2. 2

    Eine 3-2-1-Backup-Strategie mit Rhythmus und Aufbewahrung festlegen

    Kompetenz B

    Du entscheidest, wie oft voll, inkrementell oder differenziell gesichert wird, wie lange Sicherungen aufbewahrt werden und wo die Kopien liegen. Mindestens eine Kopie liegt ausserhalb des Gebäudes und eine ist offline oder unveränderbar.

    Situation

    Die Praxis hat 1.2 TB Daten, täglich ändern sich etwa 15 GB. Geschäftsunterlagen müssen nach Obligationenrecht 10 Jahre aufbewahrt werden.

    Deine Aufgabe

    Lege Sicherungsart, Zeitplan, Aufbewahrung und Speicherorte fest.

    Gutes Ergebnis

    Täglich inkrementell, wöchentlich synthetischer Vollbackup auf ein lokales NAS. Kopie auf S3-Speicher in einem Schweizer Rechenzentrum mit Object Lock 30 Tage. GFS-Aufbewahrung: 14 Tage, 8 Wochen, 12 Monate, Jahresabschluss 10 Jahre.

    3-2-1-1-0-RegelVoll / inkrementell / differenziellGFS-SchemaOffsite-KopieAufbewahrungsfrist
  3. 3

    Eine Backup-Lösung installieren und Jobs konfigurieren

    Kompetenz C

    Du installierst die Backup-Software, bindest Repositories ein und richtest Jobs für VMs, physische Server und Cloud-Dienste ein. Dabei achtest du auf anwendungskonsistente Sicherungen, damit Datenbanken und Exchange nach dem Restore auch starten.

    Situation

    Ein KMU betreibt drei Hyper-V-VMs (DC, Fileserver, SQL-Server mit ERP) und Microsoft 365.

    Deine Aufgabe

    Richte Veeam Backup & Replication für alle VMs ein und plane die M365-Sicherung.

    Gutes Ergebnis

    Veeam auf separatem Backup-Server, Repository auf NAS per iSCSI. Job 'VM-Taeglich' um 22:00 mit Application-Aware Processing für SQL, Copy-Job zur Cloud. Separates Konto für den Backup-Dienst ohne Domain-Admin-Rechte. M365-Mailboxen und OneDrive per Veeam for M365.

    RepositoryBackup-Job / Copy-JobApplication-Aware / VSSAgent vs. agentenlosDienstkonto
  4. 4

    Backups gegen Ransomware und Fehlbedienung absichern

    Kompetenz D

    Angreifer suchen gezielt nach Backups, um sie zu löschen. Du trennst die Backup-Infrastruktur von der Domäne, nutzt unveränderbare Speicher und verschlüsselst Sicherungen, die das Haus verlassen.

    Situation

    Bei einem Bekannten des Lehrmeisters wurde das NAS mit allen Backups gleichzeitig mit dem Fileserver verschlüsselt, weil es mit Domain-Admin-Rechten eingebunden war.

    Deine Aufgabe

    Zeige, wie die Backup-Umgebung im eigenen Betrieb gehärtet werden kann.

    Gutes Ergebnis

    Backup-Server nicht in der Domäne, eigenes Admin-Konto mit MFA, NAS-Freigabe nicht als Laufwerk gemappt, Linux Hardened Repository mit 14 Tagen Immutability, AES-256-Verschlüsselung für Cloud-Kopie, Schlüssel im Passwortsafe und auf Papier im Tresor.

    Immutable BackupAir GapHardened RepositoryBackup-VerschlüsselungTrennung von Berechtigungen
  5. 5

    Daten, Server und VMs gezielt wiederherstellen

    Kompetenz E

    Du beherrschst verschiedene Restore-Arten: einzelne Dateien, Mails, Datenbanken, ganze VMs oder einen Bare-Metal-Restore auf neue Hardware. Du weisst, wann du in den Originalort und wann besser an einen anderen Ort zurückspielst.

    Situation

    Eine Sachbearbeiterin der Gemeindeverwaltung hat am Dienstag einen Ordner mit Baugesuchen überschrieben. Am Donnerstag fällt es auf.

    Deine Aufgabe

    Stelle den Stand von Montagabend wieder her, ohne die neueren Dateien anderer zu überschreiben.

    Gutes Ergebnis

    File-Level-Restore aus dem Backup vom Montag 22:00 in einen Ordner '_Restore_2026-09-14'. Die Sachbearbeiterin vergleicht und übernimmt die richtigen Dateien. Ticket mit Ursache und Dauer (25 Min.) dokumentiert.

    File-Level-RestoreInstant VM RecoveryBare-Metal-RestoreRestore an alternativen OrtGranularer Restore
  6. 6

    Backups überwachen und Restore-Tests regelmässig nachweisen

    Kompetenz E

    Jeder Job meldet Erfolg, Warnung oder Fehler, und jemand reagiert darauf. Zusätzlich testest du planmässig, ob sich Systeme in der geforderten Zeit wiederherstellen lassen, und hältst das Ergebnis fest.

    Situation

    Die Backup-Mails landen seit Monaten ungelesen in einem Sammelpostfach. Niemand weiss, ob die Sicherungen laufen.

    Deine Aufgabe

    Baue eine verlässliche Überwachung und einen Testplan auf.

    Gutes Ergebnis

    Backup-Status in PRTG integriert mit Alarm bei Fehler oder wenn 26 Stunden kein erfolgreicher Lauf. Quartalsweiser Restore-Test der ERP-VM in einem isolierten Netz (SureBackup), Protokoll mit Datum, Dauer, Ergebnis, Visum.

    Job-MonitoringRestore-TestTestprotokollSureBackup / VerifizierungAlarmierung
  7. 7

    Ein Backup- und Wiederherstellungskonzept schreiben

    Kompetenz F

    Du hältst Ziele, Systeme, Zeitpläne, Speicherorte, Verantwortliche und Restore-Anleitungen in einem Dokument fest. Im Notfall muss es auch jemand verstehen, der die Umgebung nicht aufgebaut hat.

    Situation

    Der einzige Informatiker eines KMU geht in drei Monaten in Pension. Sein Backup-Wissen existiert nur in seinem Kopf.

    Deine Aufgabe

    Erstelle ein Backup-Konzept und eine Notfall-Checkliste.

    Gutes Ergebnis

    Konzept mit Systemliste, RPO/RTO, Jobübersicht, Speicherorten, Zugängen (Verweis auf Passwortsafe), Verantwortlichen und Schritt-für-Schritt-Restore für die drei wichtigsten Systeme. Ausgedruckt im Notfallordner hinterlegt.

    Backup-KonzeptNotfallhandbuchWiederanlaufreihenfolgeVerantwortlichkeiten

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Anforderungen erheben

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Strategie festlegen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Lösung umsetzen

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Schutz vor Ransomware

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Wiederherstellen und überwachen

Ziel 5Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Konzept dokumentieren

Ziel 7

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Ein Backup, dem das Ingenieurbüro Lanz vertraut

Timo ist im 2. Lehrjahr als Informatiker Plattformentwicklung bei der Ingenieurbüro Lanz AG in Solothurn, 35 Mitarbeitende. Bisher sichert die Windows Server-Sicherung jede Nacht auf eine USB-Disk, die neben dem Server steht, und einen Restore hat noch nie jemand getestet. Nachdem ein Konkurrenzbüro von Ransomware getroffen wurde, beauftragt der Geschäftsführer Timo mit einem neuen Backup-System.

  1. Kapitel 1

    Was darf wie lange fehlen?

    Timo spricht mit dem Geschäftsführer und zwei Projektleitern über CAD-Projektdaten von 4 TB, die Buchhaltung und die Mails in Microsoft 365. Zuerst heisst es, nichts dürfe je verloren gehen. Timo zeigt, was das kosten würde, und gemeinsam legen sie Stufen fest: Für die CAD-Daten ein RPO von 4 Stunden und ein RTO von 8 Stunden, für die Buchhaltung 24 Stunden und 2 Tage.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    3-2-1 nach Mass

    Timo plant tägliche inkrementelle Sicherungen mit einem synthetischen Vollbackup am Wochenende, für die CAD-Freigabe zusätzlich alle 4 Stunden. Die Kopien liegen auf einem lokalen Repository und als Offsite-Kopie bei einem S3-Anbieter in der Schweiz. Aufbewahrt werden 14 tägliche, 8 wöchentliche und 12 monatliche Stände. Die Mails in Microsoft 365 bekommen eine eigene Sicherung, weil die Cloud allein kein Backup ist.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Veeam im Einsatz

    Timo installiert Veeam Backup & Replication auf einem eigenen Server ausserhalb der Domäne und richtet ein gehärtetes Linux-Repository ein. Die VMs auf Hyper-V werden anwendungskonsistent gesichert. Der Job für den Buchhaltungsserver endet mit der Warnung, dass die SQL-Sicherung über VSS fehlgeschlagen ist. Im Log sieht Timo, dass dem Dienstkonto Rechte auf dem SQL Server fehlen, und nach der Korrektur läuft der Job grün.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Was ein Angreifer nicht löschen kann

    Timo aktiviert auf dem Linux-Repository eine Sperre von 14 Tagen und im S3-Speicher Object Lock. Die Veeam-Konsole bekommt MFA, die Zugangsdaten stehen in keinem Domänenkonto, und das Passwort für die Verschlüsselung liegt versiegelt im Tresor. Als Test versucht er mit vollen Adminrechten ein Backup zu löschen. Die Löschung wird verweigert, genau wie geplant.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Der Ernstfall am Probetag

    An einem Samstag simuliert Timo den Ausfall des Fileservers: Mit Instant VM Recovery läuft er nach 9 Minuten wieder, ein einzelnes CAD-Projekt ist in 3 Minuten zurück. Die Buchhaltungsdatenbank stellt er an einen anderen Ort wieder her und braucht dafür 2 Stunden, weit innerhalb der Vorgabe. Ab jetzt meldet Veeam jeden Morgen den Status per Mail, und einmal im Monat wird ein Restore protokolliert. Ein zwölfseitiges Konzept mit Wiederanlaufreihenfolge liegt ausgedruckt im Tresor.

    Ziel 5Ziel 6Ziel 7

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Grundlagen und Begriffe

    ca. 3 Std.

    Du lernst die Sprache der Datensicherung und rechnest erste Szenarien durch.

    • Voll, inkrementell und differenziell an einem Wochenbeispiel auf Papier durchspielen: Was brauche ich für einen Restore am Donnerstag?
    • Speicherbedarf für 1 TB Daten mit 2 Prozent täglicher Änderung über 30 Tage berechnen
    • Die 3-2-1-1-0-Regel an einem eigenen Beispiel erklären

    Trainiert Kompetenz B1

    Lernziel2

  2. 2

    Anforderungen erheben

    ca. 3 Std.

    Du übst, mit einem Betrieb über Risiken und Ausfallzeiten zu sprechen und daraus Ziele abzuleiten.

    • Systeme deines Lehrbetriebs (oder eines fiktiven KMU) auflisten und nach Kritikalität einteilen
    • Pro System RPO und RTO vorschlagen und begründen
    • Aufbewahrungsfristen (OR, revDSG, Branchenvorgaben) recherchieren und zuordnen

    Trainiert Kompetenz A1A2B2

    Lernziel12

  3. 3

    Backup-Lösung im Heimlabor aufbauen

    ca. 5 Std.

    Du baust eine kleine Umgebung mit zwei VMs und sicherst sie. Veeam Community Edition ist für bis zu 10 Workloads kostenlos, alternativ Proxmox Backup Server.

    • Windows-Server-VM und Linux-VM erstellen, Testdaten anlegen
    • Backup-Software installieren, Repository auf separater Platte oder NAS einrichten
    • Je einen Job pro VM mit Zeitplan und Aufbewahrung konfigurieren, einen Copy-Job auf einen zweiten Speicher ergänzen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Härten gegen Ransomware

    ca. 4 Std.

    Du sicherst deine Backup-Umgebung so ab, dass ein kompromittierter Admin-Account sie nicht zerstören kann.

    • Ein Linux Hardened Repository oder einen S3-Bucket mit Object Lock (z.B. MinIO lokal) einrichten
    • Backup-Verschlüsselung aktivieren und den Schlüssel sicher ablegen
    • Versuchen, ein unveränderbares Backup zu löschen, und das Ergebnis dokumentieren

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Restore unter Zeitdruck

    ca. 5 Std.

    Jetzt kommt der wichtigste Teil: Du stellst wieder her, misst die Zeit und vergleichst sie mit dem RTO.

    • Eine Datei, einen Ordner und eine ganze VM wiederherstellen und jeweils die Dauer messen
    • VM absichtlich 'zerstören' (Disk löschen) und komplett zurückholen
    • Backup-Jobs in Monitoring einbinden und einen Fehlalarm provozieren

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel56

  6. 6

    Konzept und Notfallanleitung

    ca. 4 Std.

    Du fasst alles in einem Konzept zusammen, das im Kompetenznachweis oder im Lehrbetrieb verwendbar ist.

    • Backup-Konzept nach eigener Vorlage schreiben
    • Restore-Anleitung für die kritischste VM erstellen und von jemand anderem ausprobieren lassen
    • Testprotokoll-Vorlage für quartalsweise Restore-Tests erstellen

    Trainiert Kompetenz F1F2A3E3

    Lernziel716

Üben

Übungen aus der Praxis

Backup-Strategie für ein Architekturbüro

Einstieg Einstieg

Ein Architekturbüro mit 6 Personen speichert 800 GB CAD-Pläne auf einem Synology-NAS. Gesichert wird einmal pro Woche auf eine USB-Platte, die neben dem NAS steht.

Weist nach A1B1B2

  1. Schwachstellen der aktuellen Lösung benennen
  2. Eine Strategie nach der 3-2-1-Regel vorschlagen
  3. Rhythmus und Aufbewahrung festlegen und den Speicherbedarf grob berechnen
Tipp anzeigen

Überlege, was bei einem Brand, einem Diebstahl und einer Ransomware-Infektion jeweils mit der USB-Platte passiert.

Lösungsskizze anzeigen

Schwachstellen: nur eine Kopie, am selben Ort, dauerhaft verbunden, RPO von bis zu 7 Tagen. Vorschlag: Snapshots stündlich auf dem NAS (Btrfs), tägliches Hyper Backup auf ein zweites NAS beim Geschäftsführer zu Hause oder in einen Schweizer Cloud-Speicher mit Versionierung, zusätzlich zwei rotierende USB-Platten, eine immer ausser Haus. Bedarf bei 30 Tagen und 1 Prozent Änderung: rund 800 GB plus 240 GB.

VM-Sicherung mit Offsite-Kopie einrichten

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Schulgemeinde betreibt auf zwei Hyper-V-Hosts sechs VMs, darunter einen SQL-Server für die Schulverwaltung. Vorgabe: RPO 24 Std., Offsite-Kopie, Aufbewahrung 30 Tage plus 12 Monatsstände.

Weist nach C2D2E2

  1. Backup-Server und Repositories planen (lokal und offsite)
  2. Backup-Job mit anwendungskonsistenter Sicherung für den SQL-Server konfigurieren
  3. Copy-Job mit GFS-Aufbewahrung einrichten
  4. Benachrichtigung bei Fehlern einrichten und testen
Tipp anzeigen

Ohne Application-Aware Processing ist die SQL-Datenbank im Backup im Zustand 'Stecker gezogen'. Das kann gut gehen, muss aber nicht.

Lösungsskizze anzeigen

Backup-Server als eigene physische Maschine ausserhalb der Domäne. Repository 1: lokales NAS, Repository 2: Hardened Repository im zweiten Schulhaus über VPN. Job täglich 21:00, 30 Restore Points, VSS mit Log-Truncation für SQL. Copy-Job mit 12 Monatsständen. E-Mail plus Monitoring-Sensor, Test durch absichtlich gestoppte VM.

Wiederanlauf nach einem Ransomware-Angriff

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Montag 07:30 in einem Treuhandbüro: Fileserver und ERP-Server sind verschlüsselt. Die lokalen Backups auf dem NAS ebenfalls. Es existiert eine unveränderbare Kopie in der Cloud vom Sonntag 23:00 und eine USB-Platte vom Freitag.

Weist nach E3D3F3

  1. Erste Massnahmen festlegen, bevor irgendetwas zurückgespielt wird
  2. Entscheiden, welche Sicherung verwendet wird, und das begründen
  3. Wiederanlaufreihenfolge der Systeme festlegen
  4. Restore in einer sauberen, isolierten Umgebung planen
  5. Lessons Learned und Verbesserungen für das Backup-Konzept formulieren
Tipp anzeigen

Ein Restore auf infizierte Systeme oder in ein Netz mit kompromittierten Konten bringt dich direkt wieder zum Anfang.

Lösungsskizze anzeigen

Zuerst Netz trennen, Geschäftsleitung informieren, Vorfall dokumentieren, ggf. Meldung an BACS und bei Personendaten an den EDÖB prüfen. Cloud-Kopie vom Sonntag nutzen, aber vorher mit Virenscan prüfen, ob die Malware schon länger im System war. Reihenfolge: Domain Controller (neu oder geprüft), ERP-Datenbank, Fileserver, Clients. Restore in neues VLAN, alle Passwörter zurücksetzen. Verbesserungen: Backup-Server aus der Domäne, MFA, lokale Immutability, Alarm bei ungewöhnlichen Datenänderungen.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was bedeuten RPO und RTO?

RPO ist der maximal tolerierbare Datenverlust, gemessen in Zeit seit der letzten Sicherung. RTO ist die maximal tolerierbare Zeit, bis das System wieder läuft.

Was sagt die 3-2-1-1-0-Regel?

3 Kopien der Daten, auf 2 verschiedenen Medien, 1 Kopie ausser Haus, 1 Kopie offline oder unveränderbar, 0 Fehler bei der Verifizierung.

Welche Sicherungen brauchst du für einen Restore bei differenzieller Sicherung?

Das letzte Vollbackup und das letzte differenzielle Backup. Bei inkrementeller Sicherung brauchst du das Vollbackup und alle Inkremente seither.

Warum ist ein Snapshot kein Backup?

Ein Snapshot liegt auf demselben Speicher wie die Originaldaten. Fällt der Speicher aus oder wird er verschlüsselt, ist der Snapshot auch weg.

Was bewirkt Application-Aware Processing?

Die Backup-Software bringt Anwendungen wie SQL Server oder Exchange über VSS in einen konsistenten Zustand, bevor gesichert wird. So startet die Datenbank nach dem Restore sauber.

Was ist ein Immutable Backup?

Eine Sicherung, die für eine festgelegte Zeit weder gelöscht noch verändert werden kann, auch nicht von einem Administrator.

Wie lange müssen Geschäftsbücher und Buchungsbelege in der Schweiz aufbewahrt werden?

10 Jahre gemäss Obligationenrecht (Art. 958f OR).

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Das NAS mit den Backups als Netzlaufwerk mit Admin-Rechten einbinden. Ransomware verschlüsselt es dann gleich mit.
  • Erfolgsmeldungen für ein funktionierendes Backup halten. Erst der Restore zeigt, ob die Daten brauchbar sind.
  • Den Verschlüsselungsschlüssel der Backups nur auf dem Server speichern, der gesichert wird.
  • Microsoft 365 nicht sichern, weil 'Microsoft das macht'. Der Papierkorb ist kein Backup mit langer Aufbewahrung.
  • Neue Server oder Freigaben in Betrieb nehmen, ohne sie in einen Backup-Job aufzunehmen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Beginne jede Lösung mit RPO und RTO. Alle weiteren Entscheide sollten sich darauf beziehen.
  • Zeichne eine einfache Skizze: Quelle, Backup-Server, Repositories, Offsite. Das macht dein Konzept sofort verständlich.
  • Rechne Speicherbedarf und Restore-Dauer nachvollziehbar vor, statt nur Zahlen hinzuschreiben.
  • Ein dokumentierter Restore-Test mit Screenshot und gemessener Zeit überzeugt mehr als jede Konfiguration.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

RPO
Recovery Point Objective: wie viel Datenverlust (in Zeit) maximal akzeptiert wird.
RTO
Recovery Time Objective: wie lange es maximal dauern darf, bis ein System wieder läuft.
Inkrementelles Backup
Sichert nur die Änderungen seit der letzten Sicherung beliebiger Art.
Differenzielles Backup
Sichert alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup.
GFS
Grandfather-Father-Son: Aufbewahrungsschema mit täglichen, wöchentlichen und monatlichen bzw. jährlichen Sicherungen.
Immutability
Unveränderbarkeit einer Sicherung für einen definierten Zeitraum.
Air Gap
Physische oder logische Trennung einer Sicherung vom Netzwerk, z.B. eine ausgesteckte Platte.
Bare-Metal-Restore
Wiederherstellung eines kompletten Systems inklusive Betriebssystem auf leere Hardware.

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Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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