319

Programmierung · Programmier-Grundlagen

Applikationen entwerfen und implementieren

Du lernst, aus einer Aufgabe Schritt für Schritt ein funktionierendes Programm zu machen: erst denken und planen, dann sauber coden und testen.

Einstieg Einstieg ca. 30 Std. SelbststudiumApplikationsentwicklung: 1. Lehrjahr · BerufsfachschulePlattformentwicklung: 1. Lehrjahr · BerufsfachschuleDigitales Business: 1. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Programmieren#Algorithmen#Pseudocode#Struktogramm#Kontrollstrukturen#Funktionen#Debugging#Testfälle

Überblick

Worum geht es?

Das ist dein Einstieg ins Programmieren. Du lernst, eine Anforderung so zu zerlegen, dass klar ist, was rein- und was rausgeht. Den Ablauf planst du mit Pseudocode oder Struktogramm, bevor du ihn mit Variablen, Verzweigungen, Schleifen und Funktionen umsetzt. Am Ende prüfst du dein Programm mit vorbereiteten Testfällen und findest Fehler mit dem Debugger statt durch Raten.

Wofür brauchst du das?

Jede spätere Programmieraufgabe in der Lehre baut auf diesen Grundlagen auf: OOP in Modul 320, Webentwicklung in 293 und 294, Scripting in 122. Im Lehrbetrieb wirst du schon früh kleine Tools, Auswertungen oder Korrekturen übernehmen. Wer sauber plant, verständlich benennt und selbst testet, bekommt schneller eigene Aufgaben und weniger Rückfragen im Review.

Das solltest du schon können

  • Mit dem Computer sicher umgehen: Dateien und Ordner verwalten, Programme installieren
  • Grundrechenarten, Prozentrechnen und einfache logische Aussagen (und, oder, nicht) verstehen
  • Englische Fachbegriffe und Fehlermeldungen grob verstehen oder nachschlagen können

Typische Tools & Technologien

JavaC#PythonVisual Studio CodeIntelliJ IDEA / Visual StudioStructorizer / draw.ioGit

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Eine Aufgabe in Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe zerlegen

    Kompetenz A

    Bevor du eine Zeile Code schreibst, klärst du: Welche Daten kommen rein? Was muss damit passieren? Was soll am Schluss angezeigt oder gespeichert werden? Unklare Punkte notierst du als Fragen an die auftraggebende Person.

    Situation

    Die Gemeindeverwaltung Wohlen will ein kleines Programm, das die Hundesteuer berechnet: CHF 120 für den ersten Hund, CHF 180 für jeden weiteren, AHV-Rentner zahlen die Hälfte.

    Deine Aufgabe

    Notiere die Eingaben, die Rechenschritte und die Ausgabe und halte offene Fragen fest.

    Gutes Ergebnis

    Eingaben: Anzahl Hunde, Rentner ja/nein. Verarbeitung: Grundbetrag plus Zuschlag, dann allenfalls halbieren. Ausgabe: Betrag in CHF. Offene Frage: Gilt die Halbierung auch für den Zuschlag?

    EVA-PrinzipAnforderungRandbedingungRückfrage
  2. 2

    Den Programmablauf mit Pseudocode oder Struktogramm planen

    Kompetenz A

    Du beschreibst den Ablauf in einfachen, nummerierten Schritten oder als Struktogramm. So siehst du früh, wo Entscheidungen und Wiederholungen nötig sind, und kannst den Plan mit jemandem besprechen, der nicht programmiert.

    Situation

    Ein Detailhändler in Thun möchte am Kassenende den Wechselgeldbetrag in möglichst wenigen Noten und Münzen ausgeben.

    Deine Aufgabe

    Plane den Ablauf für einen Betrag wie CHF 87.35 in Pseudocode.

    Gutes Ergebnis

    Eine Liste der Stückelungen von CHF 200 bis 5 Rappen, eine Schleife darüber, pro Stückelung ganzzahlige Division und Rest. Der Plan passt auf eine halbe A4-Seite und wurde vor dem Coden mit dem Praxisbildner besprochen.

    AlgorithmusPseudocodeStruktogramm (Nassi-Shneiderman)Programmablaufplan
  3. 3

    Verzweigungen und Schleifen passend einsetzen

    Kompetenz B

    Du entscheidest, ob ein if/else, ein switch, eine for- oder eine while-Schleife zur Situation passt. Du formulierst Bedingungen so, dass sie auch an den Grenzen stimmen, und vermeidest Endlosschleifen.

    Situation

    Eine Fahrschule in Winterthur vergibt Rabatte: ab 10 Fahrstunden 5 Prozent, ab 20 Fahrstunden 10 Prozent.

    Deine Aufgabe

    Setze die Rabattlogik um und gib für 1 bis 25 Stunden den Preis bei CHF 95 pro Stunde aus.

    Gutes Ergebnis

    Eine for-Schleife von 1 bis 25 und darin eine if/else-if-Kette, die mit der höchsten Grenze beginnt. Bei genau 10 und genau 20 Stunden greift der richtige Rabatt.

    if / elseswitchfor / whileVergleichsoperatorenlogische Operatoren
  4. 4

    Code in Funktionen mit Parametern und Rückgabewert aufteilen

    Kompetenz C

    Statt einen langen Block zu schreiben, packst du jeden klar abgegrenzten Schritt in eine eigene Funktion mit sprechendem Namen. Daten kommen über Parameter hinein und über den Rückgabewert heraus, nicht über globale Variablen.

    Situation

    Ein Treuhandbüro in Luzern nutzt ein Script, das Bruttolöhne in Nettolöhne umrechnet. Der Code ist 200 Zeilen lang und an drei Stellen kopiert.

    Deine Aufgabe

    Zerlege die Berechnung in Funktionen für AHV/IV/EO, ALV und Pensionskasse.

    Gutes Ergebnis

    Drei Funktionen wie 'berechneAhvAbzug(brutto)', die je einen Betrag zurückgeben, plus 'berechneNetto(brutto)', die sie aufruft. Die Kopien sind weg, ein geänderter Beitragssatz muss nur noch an einer Stelle angepasst werden.

    Funktion / MethodeParameterRückgabewertGültigkeitsbereich (Scope)DRY-Prinzip
  5. 5

    Mehrere Werte in Arrays und Listen speichern und auswerten

    Kompetenz D

    Sobald du mehr als zwei, drei gleichartige Werte hast, nutzt du ein Array oder eine Liste. Du kannst darüber iterieren, Summen und Durchschnitte bilden, das Maximum suchen und Werte filtern.

    Situation

    Ein Logistiklager in Härkingen erfasst stündlich die Anzahl verladener Paletten pro Rampe.

    Deine Aufgabe

    Lies die 8 Stundenwerte einer Rampe ein und gib Total, Durchschnitt und die stärkste Stunde aus.

    Gutes Ergebnis

    Die Werte liegen in einer Liste. Eine Schleife berechnet Total und merkt sich Index und Wert des Maximums. Ausgabe: '412 Paletten, Schnitt 51.5, Spitze um 10 Uhr mit 74'.

    ArrayListeIndexIterationSumme / Maximum
  6. 6

    Benutzereingaben prüfen und Fehler abfangen

    Kompetenz E

    Menschen tippen falsch. Dein Programm prüft deshalb, ob eine Eingabe das richtige Format und einen sinnvollen Wertebereich hat, und reagiert mit einer verständlichen Meldung statt abzustürzen.

    Situation

    Im Spital Baden erfassen Pflegende die Körpertemperatur in einem kleinen Konsolenprogramm. Wer '38,5' mit Komma oder 'abc' eingibt, bringt es zum Absturz.

    Deine Aufgabe

    Mach die Eingabe robust und erlaube nur Werte zwischen 34.0 und 43.0 Grad.

    Gutes Ergebnis

    Das Programm ersetzt Komma durch Punkt, fängt die Umwandlungsfehler ab und fragt so lange nach, bis ein gültiger Wert im Bereich vorliegt. Die Meldung lautet: 'Bitte eine Zahl zwischen 34.0 und 43.0 eingeben.'

    ValidierungTypumwandlung (Parsing)try / catchWertebereich
  7. 7

    Mit Testfällen und Debugger Fehler systematisch finden

    Kompetenz E

    Du legst vor dem Testen fest, welche Eingabe welches Ergebnis liefern muss, inklusive Grenzwerte. Wenn etwas nicht stimmt, setzt du Haltepunkte und schaust im Debugger, an welcher Stelle eine Variable den falschen Wert bekommt.

    Situation

    Das Hundesteuer-Programm der Gemeinde liefert für Rentner mit zwei Hunden CHF 240 statt CHF 150.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine Testfalltabelle und finde den Fehler mit dem Debugger.

    Gutes Ergebnis

    Sechs Testfälle (0, 1, 2, 3 Hunde, je mit und ohne Rente). Im Debugger zeigt sich, dass die Halbierung vor der Addition des Zuschlags passiert. Nach der Korrektur sind alle Tests grün.

    Testfallerwartetes ErgebnisGrenzwertHaltepunkt (Breakpoint)Schrittweise Ausführung

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Aufgaben analysieren und planen

Ziel 1Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Verzweigungen und Schleifen

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Funktionen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Listen und Daten auswerten

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Robust und getestet

Ziel 6Ziel 7

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Der Eintrittsrechner im Seepark

Luca ist im 1. Lehrjahr als Informatiker Applikationsentwicklung bei der Freizeitanlagen Seepark AG in Kreuzlingen, die mit 55 Mitarbeitenden ein Hallenbad und eine Eisbahn betreibt. An der Kasse werden Eintrittspreise heute im Kopf ausgerechnet, und am Abend stimmt die Abrechnung selten. Sein Berufsbildner gibt ihm den Auftrag, ein kleines Konsolenprogramm für Preise und Tagesauswertung zu schreiben.

  1. Kapitel 1

    Was soll das Programm eigentlich tun?

    Luca setzt sich eine halbe Stunde mit der Kassenleiterin zusammen: Erwachsene zahlen CHF 9, Kinder von 6 bis 15 Jahren CHF 5, jüngere Kinder nichts, und ab 17 Uhr gibt es 30 Prozent Abendrabatt. Er trägt alles in eine EVA-Tabelle ein und merkt, dass niemand gesagt hat, was für 16-Jährige gilt. Auf seine Rückfrage hin ist klar: Ab 16 zählt man als erwachsen. Danach zeichnet er den Ablauf in Structorizer und spielt ihn mit drei Beispielpersonen auf Papier durch.

    Ziel 1Ziel 2

  2. Kapitel 2

    Tarife in Code

    Luca übersetzt das Struktogramm in eine if/else-Kette und ergänzt eine Schleife, damit eine ganze Familie in einem Durchgang erfasst werden kann. Beim Durchspielen der Grenzwerte 5, 6, 15 und 16 fällt ihm auf, dass eine 15-Jährige den Erwachsenenpreis zahlt. Er hatte alter < 15 statt alter <= 15 geschrieben. Nach der Korrektur notiert er sich, bei jeder Grenze immer den Wert davor, darauf und danach zu prüfen.

    Ziel 3

  3. Kapitel 3

    Die Tagesauswertung

    Die Kassenleiterin möchte am Abend die Anzahl Eintritte, den Umsatz und die Stunde mit den meisten Besuchenden sehen. Luca speichert deshalb jeden Verkauf als Datensatz in einer Liste und wertet sie am Schluss aus. Sein Hauptprogramm ist inzwischen auf 120 Zeilen gewachsen, und die Rundung auf 5 Rappen steht an drei Stellen. Er zerlegt alles in Funktionen wie berechnePreis(alter, stunde), erfasseVerkauf() und druckeAuswertung() und führt die Rundung in einer einzigen Funktion zusammen.

    Ziel 5Ziel 4

  4. Kapitel 4

    Wenn jemand "zwölf" eintippt

    Eine Kollegin testet das Programm und tippt beim Alter das Wort "zwölf" ein. Das Programm stürzt sofort ab, und ein Alter von minus 3 wurde vorher ohne Murren akzeptiert. Luca baut eine Prüfschleife, die so lange nachfragt, bis eine ganze Zahl zwischen 0 und 120 eingegeben wird. Die Meldung erklärt jetzt konkret, was erwartet wird, statt nur "Fehler" anzuzeigen.

    Ziel 6

  5. Kapitel 5

    Rappen-Differenz am Abend

    Nach der Preisanpassung zur Wintersaison (Erwachsene CHF 9.80, Kinder CHF 5.40) weicht beim Probelauf an der Kasse der Umsatz um einige Rappen ab, aber nur bei Abendtarifen. Luca schreibt eine Testfalltabelle mit 12 Fällen und setzt im Debugger einen Haltepunkt in berechnePreis. Dort sieht er, dass er vor dem Rabatt auf 5 Rappen rundet statt danach. Nach der Korrektur stimmen alle 12 Fälle, und er committet die Änderung in Git mit einer Nachricht, die den Fehler und die Lösung beschreibt.

    Ziel 7

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Erst denken, dann tippen

    ca. 4 Std.

    Du übst, Aufgaben zu verstehen und als Ablauf aufzuschreiben, ganz ohne Computer.

    • Drei Alltagsabläufe (Billett lösen, Kaffee bestellen, Pult reservieren) als Pseudocode notieren
    • Ein Struktogramm mit Structorizer zeichnen und laufen lassen
    • Für eine Aufgabe die EVA-Tabelle ausfüllen und offene Fragen formulieren

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel12

  2. 2

    Erste Programme mit Variablen und Bedingungen

    ca. 5 Std.

    Du setzt einfache Rechenprogramme um und lernst Datentypen, Operatoren und Verzweigungen.

    • Einen Mehrwertsteuer-Rechner mit 8.1 Prozent und 2.6 Prozent programmieren
    • Die Rabattlogik einer Fahrschule mit if/else umsetzen und die Grenzen prüfen
    • Ganzzahlige Division und Modulo an Beispielen ausprobieren

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel3

  3. 3

    Wiederholen und sammeln

    ca. 5 Std.

    Mit Schleifen und Listen verarbeitest du viele Werte auf einmal.

    • Ein Notenprogramm bauen, das beliebig viele Noten einliest und den Schnitt auf 0.5 rundet
    • Das Maximum und das Minimum einer Liste ohne fertige Bibliotheksfunktion finden
    • Eine while-Schleife bewusst endlos laufen lassen und verstehen, warum

    Trainiert Kompetenz B2D1D2

    Lernziel35

  4. 4

    Ordnung mit Funktionen

    ca. 5 Std.

    Du strukturierst bestehende Programme um, sodass jede Funktion genau eine Aufgabe hat.

    • Ein 80-Zeilen-Programm in vier bis sechs Funktionen zerlegen
    • Für jede Funktion Name, Parameter und Rückgabewert vorher auf Papier festlegen
    • Doppelte Codestellen suchen und zusammenführen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel4

  5. 5

    Robust und getestet

    ca. 5 Std.

    Du machst deine Programme fehlertolerant und lernst, sie gezielt zu prüfen.

    • Alle Eingaben eines bestehenden Programms validieren und Fehlermeldungen formulieren
    • Eine Testfalltabelle mit Grenzwerten erstellen und abarbeiten
    • Einen eingebauten Fehler nur mit Breakpoints und Variablenansicht finden

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel67

  6. 6

    Mini-Applikation von A bis Z

    ca. 6 Std.

    Du setzt eine kleine Applikation komplett um, so wie im Kompetenznachweis: planen, coden, testen, kurz dokumentieren.

    • Eine Aufgabe wie einen Parkgebühren-Rechner analysieren und planen
    • Umsetzen, testen und das Ergebnis mit Git versionieren
    • Lösung in fünf Minuten einer Kollegin erklären

    Trainiert Kompetenz A3C3E3

    Lernziel1247

Üben

Übungen aus der Praxis

Parkgebühren-Rechner

Einstieg Einstieg

Ein Parkhaus in St. Gallen verlangt: erste 30 Minuten gratis, danach CHF 1.50 pro angefangene halbe Stunde, maximal CHF 25 pro Tag.

Weist nach A1B1E1

  1. Ein- und Ausfahrtszeit in Minuten einlesen
  2. Die Gebühr nach den Regeln berechnen und auf 5 Rappen genau ausgeben
  3. Testfälle für 29, 30, 31 Minuten und 15 Stunden durchspielen
Tipp anzeigen

'Angefangene halbe Stunde' heisst aufrunden. Überlege, wie du mit ganzzahliger Division und Rest aufrundest.

Lösungsskizze anzeigen

Parkdauer berechnen, bei bis 30 Minuten 0 zurückgeben. Sonst die Minuten über 30 durch 30 teilen und aufrunden, mit 1.50 multiplizieren und mit dem Tagesmaximum vergleichen. Die Berechnung liegt in einer eigenen Funktion, damit sie testbar ist.

Lagerliste auswerten

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Velogeschäft in Bern führt 12 Artikel mit Name, Bestand und Mindestbestand. Die Chefin will wissen, was nachbestellt werden muss.

Weist nach D2C2

  1. Die Artikel in passenden Listen oder Arrays ablegen
  2. Alle Artikel unter Mindestbestand mit der fehlenden Menge ausgeben
  3. Den gesamten Lagerwert berechnen, wenn pro Artikel ein Einkaufspreis bekannt ist
  4. Die Logik in mindestens drei Funktionen aufteilen
Tipp anzeigen

Parallele Listen funktionieren, sind aber fehleranfällig. Frag dich, ob die Werte immer am selben Index zusammengehören.

Lösungsskizze anzeigen

Je eine Funktion für 'nachbestellListe', 'fehlendeMenge(artikel)' und 'lagerwert'. Eine Schleife geht alle Artikel durch, vergleicht Bestand mit Mindestbestand und sammelt Treffer. Der Lagerwert ist die Summe aus Bestand mal Einkaufspreis.

Sitzungszimmer reservieren

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein KMU in Aarau hat drei Sitzungszimmer. Mitarbeitende reservieren über ein Konsolenmenü Zeitfenster zwischen 07:00 und 18:00 Uhr.

Weist nach A2C3E2E3

  1. Anforderungen und offene Fragen notieren, Ablauf als Struktogramm planen
  2. Menü mit den Punkten Reservieren, Anzeigen und Beenden umsetzen
  3. Überschneidende Reservationen verhindern und ungültige Uhrzeiten abfangen
  4. Testfalltabelle mit mindestens acht Fällen erstellen und abarbeiten
Tipp anzeigen

Zwei Zeitfenster überschneiden sich, wenn das eine beginnt, bevor das andere endet, und umgekehrt. Teste genau aneinandergrenzende Termine.

Lösungsskizze anzeigen

Eine Hauptschleife zeigt das Menü, bis 'Beenden' gewählt wird. Reservationen liegen pro Zimmer in einer Liste mit Start und Ende in Minuten. Eine Funktion 'ueberschneidet(a, b)' prüft Konflikte, eine weitere validiert Eingaben. Die Testfälle decken Grenzen wie 07:00, 18:00 und direkt anschliessende Termine ab.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wofür steht EVA und warum hilft es beim Planen?

Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe. Es zwingt dich, vor dem Coden zu klären, welche Daten du brauchst und was am Ende herauskommen muss.

Wann nimmst du eine while- statt einer for-Schleife?

Wenn vorher nicht feststeht, wie oft wiederholt wird, z.B. bis eine gültige Eingabe kommt. Die for-Schleife passt, wenn die Anzahl Durchläufe bekannt ist.

Was ist der Unterschied zwischen einem Parameter und einem Rückgabewert?

Über den Parameter gibst du einer Funktion Daten mit. Über den Rückgabewert liefert sie ein Ergebnis zurück.

Welchen Index hat das erste Element einer Liste in Java, C# und Python?

Den Index 0. Das letzte Element hat den Index Länge minus 1.

Was ist ein Grenzwert-Testfall? Nenne ein Beispiel.

Ein Test direkt an einer Regelgrenze. Bei 'ab 10 Stunden Rabatt' testest du 9, 10 und 11 Stunden.

Warum solltest du globale Variablen vermeiden?

Weil jede Stelle im Programm sie verändern kann. Das macht Fehler schwer auffindbar und Funktionen schwer testbar.

Was machst du im Debugger, um einen falschen Wert zu finden?

Einen Haltepunkt vor der verdächtigen Stelle setzen, Schritt für Schritt weitergehen und die Variablenwerte beobachten, bis einer vom erwarteten abweicht.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Sofort lostippen, ohne die Aufgabe ganz gelesen zu haben. Danach wird mehr umgebaut als programmiert.
  • Variablen 'x', 'a2' oder 'temp' nennen. Nach zwei Tagen weiss niemand mehr, was drinsteht.
  • Mit Fliesskommazahlen (double) Geldbeträge vergleichen und sich über 0.30000000000000004 wundern.
  • Grenzen falsch setzen: '>' statt '>=' ist der häufigste Fehler bei Rabatt- und Tarifregeln.
  • Nur mit 'schönen' Eingaben testen und leere Eingaben, Buchstaben oder negative Zahlen vergessen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Lies die Aufgabe zweimal und markiere alle Zahlen und Regeln, bevor du startest.
  • Schreib zuerst Pseudocode in Kommentaren und fülle sie dann mit Code. So hast du auch bei Zeitnot eine nachvollziehbare Struktur.
  • Lass das Programm nach jedem kleinen Schritt laufen, statt 100 Zeilen auf einmal zu schreiben.
  • Lege deine Testfalltabelle der Abgabe bei. Sie zeigt, dass du systematisch geprüft hast.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Algorithmus
Eindeutige, endliche Folge von Schritten, die ein Problem löst.
Pseudocode
Ablaufbeschreibung in einfacher Sprache, angelehnt an Programmcode, aber ohne feste Syntax.
Struktogramm
Grafische Darstellung eines Ablaufs mit Blöcken für Sequenz, Verzweigung und Schleife.
Variable
Benannter Speicherplatz für einen Wert, der sich während der Ausführung ändern kann.
Datentyp
Legt fest, welche Art Wert eine Variable enthält, z.B. Ganzzahl, Kommazahl, Text oder Wahrheitswert.
Funktion
Benannter Codeblock, der eine Aufgabe erledigt und wiederverwendet werden kann.
Validierung
Prüfung, ob eine Eingabe Format und Wertebereich einhält.
Breakpoint
Markierung im Code, an der der Debugger die Ausführung anhält.

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