336

Projekt & Methodik · Klassisches PM

Projekte mit traditionellem Projektmanagement umsetzen

Du lernst, ein Projekt nach einem phasenorientierten Vorgehen wie HERMES von der Idee bis zum Abschluss zu planen, zu steuern und sauber zu übergeben.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 24 Std. SelbststudiumDigitales Business: 2. Lehrjahr · Berufsfachschule
#HERMES#Wasserfall#Projektauftrag#Projektstrukturplan#Gantt#Kritischer Pfad#Stakeholderanalyse#Projektabschluss

Überblick

Worum geht es?

Nicht jedes Projekt passt zu Scrum. Wenn Umfang, Budget und Termin vorab verbindlich festgelegt werden müssen, etwa in der Verwaltung oder bei regulierten Prozessen, arbeitet man phasenorientiert. In diesem Modul lernst du die Phasen von HERMES und das Wasserfallprinzip kennen. Du schreibst einen Projektauftrag, analysierst Stakeholder, erstellst einen Projektstrukturplan, planst Termine und Ressourcen im Gantt-Diagramm, bestimmst den kritischen Pfad und schliesst das Projekt mit einem Abschlussbericht ab.

Wofür brauchst du das?

Viele Schweizer Organisationen, besonders Bund, Kantone, Gemeinden und bundesnahe Betriebe, verlangen HERMES oder ein ähnliches Phasenmodell. Auch Privatfirmen arbeiten bei Einführungen von ERP- oder Lohnsystemen oft mit Phasen und Freigaben. Wer diese Logik versteht, kann in solchen Projekten Verantwortung übernehmen und verbindet später in 337 klassische und agile Elemente.

Das solltest du schon können

  • Aufträge methodisch nach IPERKA abwickeln und Arbeitspakete planen (Modul 331)
  • Pendenzen, Risiken und Statusberichte in einem laufenden Projekt führen (Modul 333)
  • Agile Grundbegriffe kennen, um Unterschiede zum klassischen Vorgehen zu erkennen (Modul 134)

Typische Tools & Technologien

HERMES 2022 (Online-Handbuch und Vorlagen)MS ProjectExcelGanttProjectSharePointMicrosoft Teams

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Ein Projekt in Phasen mit Meilensteinen und Freigaben strukturieren

    Kompetenz A

    Du kennst die Phasen von HERMES (Initialisierung, Konzept, Realisierung, Einführung) und weisst, welche Ergebnisse am Ende jeder Phase vorliegen müssen. Du verstehst, warum der Auftraggeber an jedem Phasenübergang eine Freigabe erteilt.

    Situation

    Eine Gemeinde im Kanton Bern will die Anmeldung für Hundesteuern und Parkkarten digitalisieren. Das Projekt muss nach HERMES geführt werden.

    Deine Aufgabe

    Lege die Phasen fest und nenne pro Phase zwei zentrale Ergebnisse und den Freigabeentscheid.

    Gutes Ergebnis

    Initialisierung: Studie mit Varianten, Projektauftrag, Entscheid Projektfreigabe. Konzept: Fachkonzept mit Formularen und Prozess, Systemanforderungen, Entscheid Realisierungsfreigabe. Realisierung: getestete Lösung, Testprotokoll. Einführung: Schulung Schalterpersonal, Go-live, Projektabschluss.

    HERMES-PhasenMeilensteinPhasenfreigabeWasserfallErgebnis
  2. 2

    Einen Projektauftrag mit Zielen, Abgrenzung und Rahmenbedingungen erstellen

    Kompetenz B

    Du formulierst SMART-Ziele, grenzt klar ab, was nicht zum Projekt gehört, und hältst Budget, Termine, Organisation und Annahmen fest. Der unterschriebene Projektauftrag ist die Grundlage für alle späteren Diskussionen.

    Situation

    Ein Logistikunternehmen in Oftringen will die Papier-Lieferscheine durch eine Tablet-App ersetzen.

    Deine Aufgabe

    Formuliere drei Ziele und die Abgrenzung für den Projektauftrag.

    Gutes Ergebnis

    Ziel 1: Bis 31. März unterschreiben alle 40 Fahrer digital auf dem Tablet. Ziel 2: Lieferscheine sind spätestens 10 Minuten nach Zustellung im ERP. Ziel 3: Papierverbrauch sinkt um 80 %. Abgrenzung: keine Tourenplanung, keine Anbindung an Kundenportale, Tablets werden separat beschafft.

    SMARTAbgrenzungRahmenbedingungenAnnahmenProjektorganisation
  3. 3

    Stakeholder analysieren und eine Projektorganisation aufbauen

    Kompetenz C

    Du findest heraus, wer vom Projekt betroffen ist oder Einfluss hat, und bewertest Interesse und Einfluss. Daraus leitest du Massnahmen ab und besetzt die Rollen wie Auftraggeber, Projektleitung, Fachausschuss und Anwendervertreter.

    Situation

    Bei der Einführung eines neuen Lohnsystems mit Swissdec-Zertifizierung in einem Pflegeheim mit 220 Mitarbeitenden fühlen sich die Teamleitungen übergangen.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine Stakeholderanalyse mit Einfluss-Interesse-Matrix.

    Gutes Ergebnis

    Acht Stakeholder, darunter Heimleitung (hoher Einfluss, hohes Interesse: eng einbinden), Teamleitungen (mittlerer Einfluss, hohes Interesse: als Anwendervertreter ins Projekt holen), Treuhänder (hoher Einfluss, mittleres Interesse: informieren und bei Tests beiziehen).

    StakeholderanalyseEinfluss-Interesse-MatrixAuftraggeberAnwendervertreterOrganigramm
  4. 4

    Einen Projektstrukturplan erstellen und daraus Termine und Ressourcen planen

    Kompetenz D

    Du zerlegst das Projekt in Teilprojekte und Arbeitspakete, schätzt den Aufwand und bringst sie in einem Gantt-Diagramm mit Abhängigkeiten in eine Reihenfolge. Du bestimmst den kritischen Pfad und prüfst, ob die Ressourcen reichen.

    Situation

    Für das digitale Lieferschein-Projekt gibt es 24 Arbeitspakete, zwei interne Entwickler und einen externen Partner.

    Deine Aufgabe

    Erstelle PSP und Gantt-Diagramm und bestimme den kritischen Pfad.

    Gutes Ergebnis

    PSP mit vier Teilprojekten: Konzept, App, ERP-Schnittstelle, Einführung. Im Gantt läuft die Schnittstelle parallel zur App. Kritischer Pfad: Fachkonzept, Schnittstelle, Integrationstest, Pilot. Jede Verzögerung dort verschiebt den Go-live direkt.

    Projektstrukturplan (PSP)ArbeitspaketGantt-Diagrammkritischer PfadPufferRessourcenauslastung
  5. 5

    Ein Projektbudget erstellen und den Projektverlauf steuern

    Kompetenz E

    Du rechnest Personalkosten, externe Leistungen, Lizenzen und Reserven zu einem Budget zusammen. Während der Umsetzung vergleichst du laufend Plan und Ist und leitest bei Abweichungen Steuerungsmassnahmen ein.

    Situation

    Das Lieferschein-Projekt hat 180 interne Personentage zu CHF 900, externe Leistungen von CHF 48'000 und Tablets für CHF 36'000.

    Deine Aufgabe

    Erstelle das Budget mit 10 % Reserve.

    Gutes Ergebnis

    Intern CHF 162'000, extern CHF 48'000, Hardware CHF 36'000, Summe CHF 246'000, Reserve CHF 24'600, Gesamtbudget CHF 270'600 exkl. MWST. Die Reserve gibt nur der Auftraggeber frei.

    ProjektbudgetPersonentagReservePlan-Ist-VergleichSteuerungsmassnahme
  6. 6

    Ein Projekt geordnet abschliessen und in den Betrieb übergeben

    Kompetenz F

    Du prüfst, ob die Ziele erreicht wurden, übergibst die Lösung mit Dokumentation an den Betrieb, löst die Projektorganisation auf und hältst Erfahrungen in einem Abschlussbericht fest.

    Situation

    Die digitale Anmeldung der Gemeinde läuft seit vier Wochen. Das Projektteam soll aufgelöst werden.

    Deine Aufgabe

    Erstelle die Checkliste für den Projektabschluss.

    Gutes Ergebnis

    Zielerreichung belegt (85 % der Anmeldungen online), Betriebshandbuch an Informatikdienst übergeben, offene Pendenzen an die Linie übertragen, Schlussabrechnung CHF 3'200 unter Budget, Lessons-Learned-Workshop mit sechs Erkenntnissen, Abschlussbericht vom Auftraggeber unterzeichnet.

    AbschlussberichtZielerreichungBetriebsübergabeLessons LearnedSchlussabrechnung

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Phasenmodell

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Projektauftrag und Ziele

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Stakeholder und Projektorganisation

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Strukturplan, Termine und Ressourcen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Budget und Steuerung

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Projektabschluss

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Das Zählerportal der Regionalwerke Oberaargau

Nina ist im 2. Lehrjahr bei der Regionalwerke Oberaargau AG in Langenthal, einem Energieversorger mit 160 Mitarbeitenden. Der Verwaltungsrat hat CHF 120'000 für ein Online-Portal bewilligt, über das Haushalte ihre Zählerstände selbst melden, dazu eine Reserve von CHF 10'000 bei der Auftraggeberin. Weil Budget und Termin fix sind, wird das Projekt phasenorientiert nach HERMES geführt, und Nina arbeitet im Projektteam mit.

  1. Kapitel 1

    Ein Auftrag mit Unterschrift

    Nina hilft dem Projektleiter, den Projektauftrag zu schreiben. Der Wunsch der Geschäftsleitung lautet nur: 'Die Kunden sollen es einfacher haben.' Nina formuliert daraus ein SMART-Ziel: Bis Ende März melden mindestens 30 % der 18'000 Haushalte ihren Zählerstand online. Sie hält fest, dass die Rechnungsstellung nicht zum Projekt gehört, und ordnet die Arbeiten den HERMES-Phasen Initialisierung, Konzept, Realisierung und Einführung zu.

    Ziel 2Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Wer redet mit?

    Nina listet die Stakeholder auf: Kundendienst, Zählerableser, Datenschutzbeauftragte, Softwarepartner und Verwaltungsrat. Im Einfluss-Interesse-Raster fallen die Ableser auf, die um ihre Stellen fürchten und viel Rückhalt in der Belegschaft haben. Das Projektteam bindet zwei Ableser ins Konzept ein und hält fest, dass sie weiterhin schwer zugängliche Zähler ablesen. In der Projektorganisation zeichnet Nina Auftraggeber, Lenkungsausschuss, Projektleitung und Fachgremium auf.

    Ziel 3

  3. Kapitel 3

    Der Plan im Gantt-Diagramm

    Nina erstellt einen Projektstrukturplan mit 5 Teilprojekten und 24 Arbeitspaketen und überträgt ihn in ProjectLibre. Der kritische Pfad führt über die Schnittstelle zum Abrechnungssystem. Beim Ressourcenabgleich zeigt sich, dass der Applikationsverantwortliche in Woche 14 zu 160 % verplant ist. Nina verschiebt die Testvorbereitung um eine Woche, ohne den kritischen Pfad zu berühren.

    Ziel 4

  4. Kapitel 4

    CHF 8'000 über Plan

    Am Ende der Realisierung vergleicht Nina Soll und Ist: Die Schnittstelle hat CHF 8'000 mehr gekostet als budgetiert. Sie erstellt eine Prognose von CHF 126'000 Endkosten und zeigt, dass die Reserve von CHF 10'000 noch knapp reicht. Als Massnahme schlägt sie vor, die Schulung des Kundendienstes intern statt durch den Softwarepartner durchzuführen. Der Lenkungsausschuss gibt die Phase Einführung frei.

    Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Was wir nächstes Mal anders machen

    Das Portal geht Anfang Januar live, drei Monate später melden 34 % der Haushalte online, das Ziel ist erreicht. Nina schreibt mit dem Projektleiter den Abschlussbericht mit Zielerreichung, Schlusskosten und Lessons Learned. Wichtigste Erkenntnis: Schnittstellen zu Altsystemen schon in der Konzeptphase technisch prüfen. Danach übergeben sie das Portal mit Betriebsdokumentation an den Kundendienst und lösen das Projektteam auf.

    Ziel 6Ziel 1

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Phasenmodelle verstehen

    ca. 3 Std.

    Du lernst den Aufbau von Wasserfall und HERMES kennen und vergleichst sie mit agilen Ansätzen.

    • Das HERMES-Online-Handbuch durchblättern und die Phasen mit Ergebnissen notieren
    • Ein abgeschlossenes Projekt aus dem Lehrbetrieb in Phasen einteilen
    • Eine Tabelle 'klassisch vs. agil' mit fünf Kriterien erstellen

    Trainiert Kompetenz A1

    Lernziel1

  2. 2

    Projekt initialisieren

    ca. 4 Std.

    Du erstellst für ein Fallbeispiel den Projektauftrag und analysierst die Stakeholder.

    • Drei SMART-Ziele und eine Abgrenzung formulieren
    • Eine Stakeholderanalyse mit Einfluss-Interesse-Matrix erstellen
    • Ein Projektorganigramm mit Rollen zeichnen

    Trainiert Kompetenz B1B2C1C2

    Lernziel23

  3. 3

    Strukturieren und terminieren

    ca. 5 Std.

    Du baust den Projektstrukturplan und überträgst ihn in ein Gantt-Diagramm.

    • Einen PSP mit 15 bis 25 Arbeitspaketen erstellen
    • Das Gantt-Diagramm in MS Project oder Excel mit Abhängigkeiten aufbauen
    • Den kritischen Pfad markieren und Puffer bestimmen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  4. 4

    Budget und Steuerung

    ca. 4 Std.

    Du erstellst ein Projektbudget und übst, Abweichungen zu erkennen und zu steuern.

    • Ein Budget mit internen, externen und Sachkosten plus Reserve in Excel erstellen
    • An drei Stichtagen Plan und Ist vergleichen
    • Für eine Abweichung zwei Steuerungsoptionen ausarbeiten

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel5

  5. 5

    Phasenübergänge und Abschluss

    ca. 3 Std.

    Du bereitest Phasenfreigaben vor und schliesst ein Projekt formal ab.

    • Einen Antrag auf Realisierungsfreigabe schreiben
    • Eine Abschlusscheckliste erstellen
    • Einen Lessons-Learned-Workshop mit 30 Minuten planen

    Trainiert Kompetenz A2F1F2

    Lernziel16

  6. 6

    Gesamtprojekt im Kleinformat

    ca. 5 Std.

    Du führst ein Fallprojekt durch alle Phasen und erstellst die wichtigsten Ergebnisse.

    • Projektauftrag, PSP, Gantt und Budget für ein Fallbeispiel erstellen
    • Ein Ereignis (z.B. Lieferverzug) einspielen und darauf reagieren
    • Das Projekt in 10 Minuten wie vor einem Lenkungsausschuss präsentieren

    Trainiert Kompetenz B3D3E3F3

    Lernziel2456

Üben

Übungen aus der Praxis

Ziele SMART formulieren

Einstieg Einstieg

Der Auftraggeber einer Bibliothek schreibt: 'Das neue Ausleihsystem soll moderner sein, schneller funktionieren und den Mitarbeitenden Arbeit sparen.'

Weist nach B1B2

  1. Prüfen, welche SMART-Kriterien die Aussage verletzt
  2. Drei messbare Ziele mit Termin formulieren
  3. Drei Punkte der Abgrenzung festlegen
Tipp anzeigen

Messbar heisst: Man kann am Projektende mit Ja oder Nein sagen, ob das Ziel erreicht ist.

Lösungsskizze anzeigen

Ziele wie: 'Ab 1. September läuft eine Ausleihe am Selbstbedienungsterminal in unter 30 Sekunden.' 'Der Aufwand für Mahnungen sinkt bis Ende Jahr von 6 auf 2 Stunden pro Woche.' Abgrenzung: keine neue Website, keine Medienbeschaffung, kein Umbau der Theke.

Gantt-Diagramm und kritischer Pfad

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Projekt umfasst acht Arbeitspakete mit gegebener Dauer und Abhängigkeiten: A (5 Tage), B (3, nach A), C (8, nach A), D (4, nach B), E (2, nach C und D), F (6, nach E), G (3, nach E), H (2, nach F und G).

Weist nach D2

  1. Die Arbeitspakete in einem Gantt-Diagramm darstellen
  2. Frühesten Start und spätestes Ende pro Paket berechnen
  3. Den kritischen Pfad und die Gesamtdauer bestimmen
  4. Die Puffer der nicht kritischen Pakete angeben
Tipp anzeigen

Der kritische Pfad ist die längste Kette von Paketen ohne Puffer.

Lösungsskizze anzeigen

Kritischer Pfad A, C, E, F, H mit 5 + 8 + 2 + 6 + 2 = 23 Tagen. B und D zusammen haben 1 Tag Puffer (3 + 4 = 7 statt 8), G hat 3 Tage Puffer.

HERMES-Projekt für ein Online-Gesuch planen

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein kantonales Amt will Gesuche für Baubewilligungen bei kleinen Vorhaben (z.B. Solaranlagen) online entgegennehmen. Budget ca. CHF 350'000, Start im Januar, Einführung spätestens Ende Oktober.

Weist nach A3B3C3D3E2

  1. Phasen mit Meilensteinen und Freigaben festlegen
  2. Einen Projektauftrag mit Zielen, Abgrenzung und Organisation erstellen
  3. Eine Stakeholderanalyse durchführen (Gemeinden, Gesuchsteller, Architekten, Datenschutz)
  4. Einen PSP und ein grobes Gantt-Diagramm erstellen
  5. Ein Budget mit Reserve aufstellen und drei Hauptrisiken benennen
Tipp anzeigen

In der Verwaltung sind Datenschutz, Barrierefreiheit und die Einbindung der Gemeinden typische Stolpersteine. Plane sie früh ein.

Lösungsskizze anzeigen

Vier Phasen mit Meilensteinen Projektfreigabe (Februar), Realisierungsfreigabe (April), Einführungsfreigabe (September), Projektabschluss (November). Projektauftrag mit SMART-Zielen. Stakeholdermatrix mit Massnahmen. PSP mit Teilprojekten Fachkonzept, Lösung, Schnittstelle zum Geschäftsverwaltungssystem, Einführung. Budget mit 10 % Reserve.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Welche Phasen hat HERMES im traditionellen Vorgehen?

Initialisierung, Konzept, Realisierung und Einführung.

Wozu dient eine Phasenfreigabe?

Der Auftraggeber prüft die Ergebnisse der Phase und entscheidet, ob und wie das Projekt weitergeht. So lässt sich ein Projekt früh stoppen oder anpassen.

Was bedeutet SMART?

Spezifisch, messbar, attraktiv bzw. akzeptiert, realistisch und terminiert.

Was ist der kritische Pfad?

Die längste Kette abhängiger Arbeitspakete ohne Puffer. Jede Verzögerung darauf verschiebt das Projektende.

Warum gehört eine Abgrenzung in den Projektauftrag?

Sie legt fest, was ausdrücklich nicht zum Projekt gehört, und verhindert später Diskussionen und Scope Creep.

Wer gibt die Projektreserve frei?

Der Auftraggeber bzw. der Lenkungsausschuss, nicht die Projektleitung allein.

Was gehört in einen Projektabschlussbericht?

Zielerreichung, Kosten und Termine im Vergleich zum Plan, offene Punkte und deren Übergabe, Lessons Learned.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Ziele formulieren, die nicht messbar sind, z.B. 'benutzerfreundlicher' ohne Kennzahl.
  • Den PSP nach Abteilungen statt nach Ergebnissen aufbauen.
  • Abhängigkeiten im Gantt-Diagramm weglassen, sodass der kritische Pfad nicht erkennbar ist.
  • Interne Personalkosten im Budget vergessen, weil sie 'sowieso bezahlt' werden.
  • Das Projekt nach dem Go-live einfach auslaufen lassen, ohne formalen Abschluss und Übergabe.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Lerne die HERMES-Phasen mit den wichtigsten Ergebnissen und Meilensteinen auswendig.
  • Prüfe jedes Ziel an allen fünf SMART-Kriterien, bevor du es abgibst.
  • Bei Netzplanaufgaben zuerst alle Wege auflisten und die Dauer summieren, dann Puffer berechnen.
  • Weise Budgets immer mit Reserve und mit dem Vermerk exkl. oder inkl. MWST aus.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

HERMES
Projektmanagementmethode der Schweizer Bundesverwaltung mit definierten Phasen, Ergebnissen und Rollen.
Projektauftrag
Verbindliches Dokument mit Zielen, Abgrenzung, Organisation, Budget und Terminen, vom Auftraggeber unterzeichnet.
Projektstrukturplan
Hierarchische Gliederung des Projekts in Teilprojekte und Arbeitspakete.
Gantt-Diagramm
Balkendiagramm, das Arbeitspakete auf einer Zeitachse mit Dauer und Abhängigkeiten zeigt.
Kritischer Pfad
Folge von Arbeitspaketen ohne Zeitpuffer, die die Gesamtdauer des Projekts bestimmt.
Stakeholder
Person oder Gruppe, die vom Projekt betroffen ist oder Einfluss darauf hat.
Phasenfreigabe
Entscheid des Auftraggebers, nach Prüfung der Ergebnisse die nächste Phase zu starten.
Lessons Learned
Systematisch gesammelte Erfahrungen aus einem Projekt, die künftigen Projekten helfen.

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Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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  • Wir gehen mit dir das HERMES-Handbuch durch und zeigen, welche Ergebnisse und Vorlagen du für deine Aufgabe wirklich brauchst.
  • Wir bauen mit dir ein Gantt-Diagramm in MS Project oder Excel und üben den kritischen Pfad an mehreren Netzplänen.
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