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Cloud & DevOps · Cloud-Lösungen

Cloud-Lösungen konzipieren und realisieren

Du lernst, für einen echten Bedarf die passende Cloud-Lösung zu planen, die Kosten zu schätzen und sie anschliessend selbst aufzubauen.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 22 Std. SelbststudiumApplikationsentwicklung: 2. Lehrjahr · BerufsfachschulePlattformentwicklung: 2. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Cloud#IaaS#PaaS#SaaS#Azure#AWS#Kostenschätzung#Datenschutz#Architektur

Überblick

Worum geht es?

Cloud heisst nicht einfach 'Server bei jemand anderem'. Du lernst, zwischen IaaS, PaaS und SaaS abzuwägen und die Wahl mit Anforderungen, Kosten und Datenschutz zu begründen. Du skizzierst eine Architektur mit Netzwerk, Rechenleistung und Speicher, rechnest die monatlichen Kosten in CHF durch und setzt eine kleine Lösung in Azure oder AWS tatsächlich um. Am Ende kannst du einer Kundin erklären, warum deine Lösung so aussieht und was sie kostet.

Wofür brauchst du das?

Viele Schweizer KMU ziehen Mailserver, Dateiablagen und Fachanwendungen in die Cloud und fragen ihren IT-Partner: Was bringt das, was kostet es, und wo liegen unsere Daten? Wer eine Lösung sauber konzipieren und begründen kann, wird im Lehrbetrieb schnell bei Kundenprojekten eingesetzt. Das Modul legt die Basis für 210 (Public Cloud für Anwendungen), 109 (Cloud-Dienste betreiben) und 347/169 (Container).

Das solltest du schon können

  • Grundlagen von IP-Adressen, Subnetzen und Netzwerkdiensten wie DNS und DHCP kennen (Modul 117)
  • Wissen, was Personendaten sind und welche Pflichten das revDSG einem Betrieb auferlegt (Modul 231)
  • Eine Webanwendung oder Website lokal starten und eine Datenbankverbindung konfigurieren können

Typische Tools & Technologien

Microsoft AzureAWSAzure Pricing CalculatorAzure App ServiceAzure SQL / PostgreSQL Flexible ServerAzure Blob StorageMicrosoft Entra IDdraw.io

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    IaaS, PaaS und SaaS für einen konkreten Bedarf vergleichen und auswählen

    Kompetenz A

    Du weisst, welche Verantwortung beim Anbieter liegt und welche bei dir, je nachdem ob du eine VM, eine verwaltete Plattform oder eine fertige Software mietest. Damit kannst du für jeden Bedarf das Modell wählen, das am wenigsten Betriebsaufwand bei ausreichender Kontrolle bringt.

    Situation

    Ein Treuhandbüro mit 12 Mitarbeitenden betreibt im Keller einen alten Windows-Server für Dateiablage, eine Branchensoftware und das Intranet.

    Deine Aufgabe

    Ordne jede der drei Anwendungen einem Servicemodell zu und begründe die Wahl.

    Gutes Ergebnis

    Dateiablage wird SaaS (SharePoint/OneDrive), das Intranet PaaS (App Service), die Branchensoftware bleibt vorerst IaaS auf einer VM, weil der Hersteller nur eine Windows-Installation unterstützt. Eine Tabelle zeigt pro Anwendung, wer patcht, sichert und überwacht.

    IaaSPaaSSaaSShared Responsibility ModelVendor Lock-in
  2. 2

    Anforderungen an eine Cloud-Lösung inklusive Datenstandort erfassen

    Kompetenz B

    Bevor du etwas klickst, klärst du mit der Kundin: Wie viele Benutzende, welche Verfügbarkeit, welche Daten, welche Wiederherstellungszeit, welches Budget? Besonders wichtig sind Personendaten und wo diese gespeichert werden dürfen.

    Situation

    Eine Physiotherapie-Praxis in Winterthur will ein Online-Terminbuchungssystem mit Patientendaten in der Cloud.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine Anforderungsliste mit funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen.

    Gutes Ergebnis

    Eine Liste mit u.a.: 99,5 % Verfügbarkeit während Öffnungszeiten, Gesundheitsdaten nur in der Region Switzerland North oder West, tägliche Sicherung mit 30 Tagen Aufbewahrung, Budget max. CHF 150 pro Monat, Login mit MFA für das Praxisteam.

    funktionale / nicht-funktionale AnforderungSLARPO / RTODatenstandortbesonders schützenswerte Personendaten
  3. 3

    Eine Cloud-Architektur mit Netzwerk, Compute und Speicher skizzieren

    Kompetenz C

    Du zeichnest, welche Cloud-Ressourcen es braucht und wie sie verbunden sind: virtuelles Netzwerk, Subnetze, Webdienst, Datenbank, Speicher, öffentlicher Zugang. Das Diagramm ist die Grundlage für Umsetzung, Kostenschätzung und Sicherheitsprüfung.

    Situation

    Für das Terminbuchungssystem der Praxis ist entschieden: PaaS in Azure, Region Switzerland North.

    Deine Aufgabe

    Zeichne die Zielarchitektur mit allen Ressourcen und Verbindungen.

    Gutes Ergebnis

    Ein draw.io-Diagramm mit Ressourcengruppe, App Service (Webapp), Azure Database for PostgreSQL mit privatem Endpunkt im VNet, Blob Storage für PDF-Bestätigungen, Key Vault für Passwörter und einer eigenen Domain mit TLS-Zertifikat.

    Region / VerfügbarkeitszoneRessourcengruppeVNet / Subnetzprivater EndpunktArchitekturdiagramm
  4. 4

    Monatliche Kosten mit dem Preisrechner schätzen und Varianten vergleichen

    Kompetenz D

    Cloud-Kosten entstehen pro Stunde, pro GB und pro Anfrage. Du baust mit dem Preisrechner eine realistische Schätzung, vergleichst mindestens zwei Varianten und erklärst, welche Faktoren die Rechnung treiben.

    Situation

    Der Praxisinhaber fragt, ob eine eigene VM nicht günstiger wäre als PaaS.

    Deine Aufgabe

    Vergleiche die Monatskosten einer VM-Lösung mit der PaaS-Lösung.

    Gutes Ergebnis

    VM B2s mit Disk und Backup rund CHF 55 pro Monat plus geschätzte 2 Std. Wartung pro Monat. PaaS mit App Service B1 und kleinster PostgreSQL-Stufe rund CHF 45 pro Monat ohne Patch-Aufwand. Empfehlung PaaS, mit Hinweis auf Budget-Alarm bei CHF 80.

    Pay-as-you-goReserved InstancesEgress-KostenBudget / KostenwarnungTCO
  5. 5

    Eine Webanwendung mit Datenbank in der Cloud bereitstellen

    Kompetenz E

    Du legst die geplanten Ressourcen im Portal oder per CLI an, verbindest Anwendung und Datenbank und machst die Lösung über eine URL erreichbar. Dabei achtest du auf eine saubere Benennung und Tags, damit später klar ist, wem was gehört.

    Situation

    Die Architektur ist abgenommen, und du hast ein Azure-for-Students-Konto mit Guthaben.

    Deine Aufgabe

    Stelle eine kleine Node- oder PHP-Anwendung mit PostgreSQL-Datenbank bereit.

    Gutes Ergebnis

    Ressourcengruppe 'rg-praxis-test-chn' mit App Service, Datenbank und Storage. Die App liest den Connection String aus einer App-Einstellung, die Seite ist unter https://praxis-test.azurewebsites.net erreichbar, alle Ressourcen tragen die Tags 'kunde' und 'umgebung'.

    Azure Portal / Azure CLIApp-EinstellungenConnection StringNaming ConventionTags
  6. 6

    Zugriffe mit Rollen, MFA und Netzwerkregeln absichern

    Kompetenz F

    Nicht jede Person braucht Besitzer-Rechte. Du vergibst Rollen nach dem Prinzip der minimalen Rechte, erzwingst MFA und sorgst dafür, dass die Datenbank nicht offen im Internet steht.

    Situation

    Ein externer Entwickler soll Logs der Webapp lesen, aber nichts löschen können. Gleichzeitig ist die Datenbank-Firewall auf 0.0.0.0/0 offen.

    Deine Aufgabe

    Passe Berechtigungen und Netzwerkzugriff an.

    Gutes Ergebnis

    Der Entwickler erhält auf der Ressourcengruppe nur die Rolle 'Reader' und für die Logs zusätzlich 'Log Analytics Reader' auf dem Log-Workspace. Die Datenbank ist nur noch über den privaten Endpunkt erreichbar, die öffentliche Firewall-Regel ist gelöscht. Für alle Admin-Konten ist MFA per Conditional Access aktiv.

    RBACLeast PrivilegeMFANetwork Security Group / Firewall-RegelKey Vault

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Servicemodelle wählen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Anforderungen erheben

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Architektur skizzieren

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Kosten schätzen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Lösung umsetzen

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Zugriffe absichern

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Ein Kundenportal für das Hörakustik-Geschäft

Yara ist im 2. Lehrjahr als Informatikerin Plattformentwicklung bei der Lindenhof IT GmbH in Wetzikon, einem IT-Dienstleister mit 25 Mitarbeitenden. Ein Hörakustik-Geschäft mit drei Filialen im Zürcher Oberland will ein Kundenportal für Termine und Nachbestellungen von Zubehör und dafür keinen weiteren Server im Hinterzimmer betreiben. Yara erarbeitet mit ihrem Berufsbildner das Konzept und setzt einen ersten Prototyp in Azure um.

  1. Kapitel 1

    Was der Kunde wirklich braucht

    Im Workshop mit der Geschäftsführerin erfasst Yara, dass rund 4000 Kundinnen und Kunden das Portal nutzen werden und Hörtestergebnisse als Gesundheitsdaten darin vorkommen. Daraus folgt eine klare Anforderung: Alle Daten bleiben in der Schweiz. Die Geschäftsführerin wünscht sich eine Verfügbarkeit von 100 Prozent, worauf Yara fragt, was eine Stunde Ausfall am Sonntag tatsächlich kostet. Sie einigen sich auf ein Ziel von 99.9 Prozent und halten fest, was das für die Architektur bedeutet.

    Ziel 2

  2. Kapitel 2

    Selbst betreiben oder mieten?

    Yara vergleicht drei Wege: eine eigene VM mit Webserver, eine PaaS-Lösung mit App Service und eine fertige SaaS-Terminsoftware. Die SaaS-Lösung fällt weg, weil ihr Anbieter die Daten in den USA speichert. Zwischen VM und PaaS empfiehlt sie PaaS, weil das Geschäft niemanden hat, der Betriebssystem-Updates einspielt.

    Ziel 1

  3. Kapitel 3

    Ein Bild und eine Zahl

    In draw.io skizziert Yara die Architektur in der Region Switzerland North: App Service, PostgreSQL Flexible Server mit privatem Endpunkt, Blob Storage für Dokumente und Entra ID für das Personal. Im Preisrechner kommt sie ohne hochverfügbare Datenbank auf rund CHF 210 pro Monat. Weil App Service und Datenbank so zusammen nur etwa 99.85 Prozent garantieren, rechnet sie die hochverfügbare Datenbank als Option dazu und lässt den Kunden bewusst entscheiden. Der Kunde fragt, ob eine VM nicht billiger wäre. Yara zeigt, dass die VM zwar CHF 60 günstiger ist, aber pro Monat etwa drei Stunden Wartung im Wert von CHF 400 dazukommen.

    Ziel 3Ziel 4

  4. Kapitel 4

    Der Prototyp läuft

    Mit ihrem Azure-for-Students-Konto baut Yara den Prototyp auf und deployt die Portal-App aus dem Git-Repository. Die Verbindung zur Datenbank schlägt zuerst fehl, weil die App nicht ins virtuelle Netz mit dem privaten Endpunkt eingebunden ist. Nach der VNet-Integration klappt der Zugriff, und Yara hält alle Schritte in einer Anleitung fest, damit der Aufbau beim Kunden reproduzierbar ist.

    Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Nur so viel Zugriff wie nötig

    Für die Übergabe aktiviert Yara MFA für alle Konten des Personals. Ein externer Entwickler erhält auf der Ressourcengruppe nur die Rolle Leser und auf dem Log-Workspace die Rolle Log Analytics Reader, damit er Konfiguration und Logs ansehen kann. Die Datenbank ist aus dem Internet nicht erreichbar. Mit einem Testkonto zeigt Yara ihrem Berufsbildner, dass der Entwickler die App weder stoppen noch löschen kann.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Cloud-Modelle verstehen

    ca. 3 Std.

    Du klärst die Grundbegriffe und lernst, Verantwortung zwischen Anbieter und Kunde sauber aufzuteilen.

    • Für fünf bekannte Dienste (Microsoft 365, Azure VM, Heroku, Dropbox, AWS Lambda) bestimmen, ob IaaS, PaaS oder SaaS
    • Eine Shared-Responsibility-Tabelle für eine VM und eine Webapp ausfüllen
    • Azure for Students oder AWS Free Tier aktivieren und sofort einen Budget-Alarm von rund 10 Franken (oder dem Gegenwert in der Kontowährung) setzen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Anforderungen sauber erfassen

    ca. 3 Std.

    Du übst, aus einem Kundengespräch messbare Anforderungen abzuleiten, inklusive Datenschutz und Standortfragen.

    • Ein Rollenspiel-Kundengespräch führen und Notizen in Anforderungen umwandeln
    • Für drei Datensätze entscheiden, ob es Personendaten oder besonders schützenswerte Daten sind
    • Prüfen, welche Azure- und AWS-Regionen in der Schweiz liegen und welche Dienste dort verfügbar sind

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Architektur zeichnen und Kosten rechnen

    ca. 4 Std.

    Aus den Anforderungen entstehen ein Architekturdiagramm und eine Kostenschätzung mit zwei Varianten.

    • Mit draw.io und den offiziellen Azure-Icons ein Diagramm erstellen
    • Im Azure Pricing Calculator eine IaaS- und eine PaaS-Variante durchrechnen
    • Die drei grössten Kostentreiber markieren und je eine Sparmassnahme notieren

    Trainiert Kompetenz C1C2D1D2

    Lernziel34

  4. 4

    Lösung aufbauen

    ca. 5 Std.

    Du setzt die PaaS-Variante tatsächlich um und dokumentierst jeden Schritt so, dass jemand anderes ihn nachvollziehen kann.

    • Ressourcengruppe, App Service und Datenbank in Switzerland North anlegen
    • Eine Beispiel-App deployen und die Datenbankverbindung über App-Einstellungen setzen
    • Dieselben Ressourcen ein zweites Mal mit der Azure CLI anlegen und die Befehle in einem Skript sammeln

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel5

  5. 5

    Absichern und übergeben

    ca. 4 Std.

    Du härtest die Lösung, prüfst die Kosten nach ein paar Tagen und bereitest eine kurze Übergabe an die Kundin vor.

    • Rollen vergeben, MFA aktivieren, Datenbank auf privaten Zugriff umstellen
    • Nach drei Tagen die tatsächlichen Kosten in Cost Management mit der Schätzung vergleichen
    • Eine einseitige Kundendokumentation mit Architektur, Kosten und Zuständigkeiten schreiben
    • Am Ende alle Testressourcen löschen, damit kein Guthaben verloren geht

    Trainiert Kompetenz F1F2D3A3

    Lernziel641

Üben

Übungen aus der Praxis

Servicemodelle für ein Velogeschäft

Einstieg Einstieg

Ein Velogeschäft in Luzern mit 6 Mitarbeitenden nutzt einen lokalen Server für Mail, Buchhaltung, Kassensystem und eine Bilddatenbank für den Webshop.

Weist nach A1

  1. Jede Anwendung einem Servicemodell zuordnen
  2. Pro Anwendung festhalten, wer Updates, Backup und Überwachung übernimmt
  3. Eine Empfehlung in fünf Sätzen formulieren
Tipp anzeigen

Frag dich bei jeder Anwendung: Gibt es dafür schon ein fertiges Abo? Wenn ja, ist SaaS meist der einfachste Weg.

Lösungsskizze anzeigen

Mail und Buchhaltung als SaaS (z.B. Microsoft 365, Bexio), Bilder in einem Objektspeicher, das Kassensystem bleibt lokal oder als Hersteller-SaaS, weil es auch offline funktionieren muss. Die Tabelle zeigt, dass der Betrieb bei SaaS fast ganz beim Anbieter liegt.

Kostenvergleich für eine Vereinswebsite mit Mitgliederbereich

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Turnverein mit 300 Mitgliedern will eine Website mit Login und Mitgliederliste. Das Budget liegt bei CHF 30 pro Monat.

Weist nach B2D2C2

  1. Anforderungen und Datenarten auflisten
  2. Zwei Varianten skizzieren: kleine VM gegenüber PaaS mit verwalteter Datenbank
  3. Beide im Preisrechner durchrechnen und mit dem Budget vergleichen
  4. Eine Empfehlung mit Begründung schreiben
Tipp anzeigen

Rechne nicht nur Rechenleistung: Speicher, Backup, ausgehender Datenverkehr und eine eigene Domain kosten auch.

Lösungsskizze anzeigen

Die Mitgliederliste enthält Personendaten, also Schweizer Region und Zugriffsschutz. Eine VM liegt mit Disk und Backup etwa bei CHF 20 bis 30, braucht aber Pflege. Ein Static-Web-App-Angebot oder App Service Free/B1 mit kleiner Datenbank liegt ähnlich. Empfehlung je nach Begründung, wichtig sind die Annahmen und der Budget-Alarm.

Terminplattform für eine Arztpraxis umsetzen

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Hausarztpraxis in Bern möchte eine einfache Terminplattform in der Cloud. Gesundheitsdaten dürfen die Schweiz nicht verlassen, und die IT-Verantwortliche will keinen offenen Datenbankzugang.

Weist nach B3C3E3F3

  1. Anforderungen inklusive RPO/RTO und Datenstandort dokumentieren
  2. Architekturdiagramm mit privatem Datenbankzugang zeichnen
  3. Die Lösung in Switzerland North aufbauen und eine Beispiel-App deployen
  4. Rollen und MFA konfigurieren und den Zugriff testen
  5. Kosten nach 48 Stunden prüfen und alles dokumentieren
Tipp anzeigen

Teste den Datenbankzugriff bewusst von deinem Laptop aus. Wenn er klappt, ist die Datenbank zu offen.

Lösungsskizze anzeigen

PaaS mit App Service mit VNet-Integration, PostgreSQL mit privatem Endpunkt, Secrets im Key Vault, automatisches Backup mit 14 bis 35 Tagen Aufbewahrung. Rollen: Praxis-IT als Contributor, externer Support als Reader. Die Doku enthält Diagramm, Kostenvergleich Schätzung und Ist sowie eine Liste offener Risiken.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wer ist bei einer Azure-VM für die Betriebssystem-Updates verantwortlich?

Du als Kunde. Bei IaaS stellt der Anbieter nur Hardware, Netzwerk und Virtualisierung bereit.

Was beschreiben RPO und RTO?

RPO ist der maximal tolerierbare Datenverlust (z.B. 24 Std.), RTO die maximale Zeit bis zur Wiederherstellung (z.B. 4 Std.).

Welche Azure-Regionen liegen in der Schweiz?

Switzerland North (Zürich) und Switzerland West (Genf).

Warum ist ausgehender Datenverkehr (Egress) ein Kostenrisiko?

Weil Daten, die aus der Cloud hinausgehen, pro GB verrechnet werden. Grosse Downloads oder Videos können die Rechnung stark erhöhen.

Was bedeutet Least Privilege?

Jede Person und jeder Dienst erhält nur die Rechte, die für die Aufgabe nötig sind, und nur auf dem nötigen Bereich.

Wozu dienen Tags auf Cloud-Ressourcen?

Zum Zuordnen von Kosten und Verantwortung, z.B. nach Kunde, Projekt oder Umgebung, und zum Filtern in Auswertungen.

Was ist ein typisches Argument gegen PaaS?

Weniger Kontrolle über die Umgebung und stärkere Bindung an den Anbieter (Vendor Lock-in).

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Ressourcen in einer US-Region anlegen, weil sie im Portal als Standard vorgeschlagen ist.
  • Kosten nur für die Rechenleistung schätzen und Speicher, Backup und Datenverkehr vergessen.
  • Datenbank-Firewall für 'alle IPs' öffnen, damit es schnell funktioniert, und es danach vergessen.
  • Allen Projektbeteiligten die Rolle 'Owner' geben.
  • Testressourcen nach dem Lernen nicht löschen und so das Studentenguthaben verbrauchen.
  • Eine Lösung bauen, ohne die Anforderungen vorher mit der Kundin bestätigt zu haben.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Begründe jede Architekturentscheidung mit einer Anforderung. 'Weil es modern ist' zählt nicht.
  • Lege deine Kostenschätzung immer mit Annahmen offen, z.B. Laufzeit 730 Std. pro Monat und 20 GB Speicher.
  • Nenne beim Thema Datenschutz konkret Region, Verschlüsselung und Zugriffsregeln statt nur 'DSG-konform'.
  • Halte Screenshots und CLI-Befehle während der Umsetzung fest. So ist die Dokumentation am Ende fast fertig.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

IaaS
Infrastructure as a Service: Du mietest virtuelle Maschinen, Netz und Speicher und betreibst alles darüber selbst.
PaaS
Platform as a Service: Der Anbieter betreibt Laufzeitumgebung und Betriebssystem, du lieferst nur deinen Code und deine Daten.
SaaS
Software as a Service: Fertige Anwendung im Abo, z.B. Microsoft 365.
Shared Responsibility Model
Aufteilung der Sicherheits- und Betriebsverantwortung zwischen Cloud-Anbieter und Kunde.
Region
Geografischer Standort mit einem oder mehreren Rechenzentren eines Cloud-Anbieters.
Ressourcengruppe
Logischer Container in Azure, der zusammengehörige Ressourcen bündelt und gemeinsam verwaltet und gelöscht werden kann.
RBAC
Role-Based Access Control: Rechte werden über Rollen vergeben, die einem Bereich zugewiesen sind.
Egress
Datenverkehr, der das Rechenzentrum des Anbieters verlässt und meist pro GB kostet.
TCO
Total Cost of Ownership: Gesamtkosten inklusive Betrieb, Wartung und Personalaufwand, nicht nur der Mietpreis.

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KI-Tutor · Modul 164Nur Tipps

Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

Tutavio

So helfen wir dir bei Modul 346

  • Wir spielen mit dir ein Kundengespräch durch und üben, daraus messbare Anforderungen inklusive Datenstandort abzuleiten.
  • Wir prüfen deine Kostenschätzung aus dem Preisrechner Zeile für Zeile und zeigen dir, welche Posten typischerweise vergessen gehen.
  • Wir schauen deine Azure- oder AWS-Umgebung gemeinsam per Bildschirmfreigabe an und finden offene Firewall-Regeln oder zu breite Rollen.
  • Vor der Präsentation deines Konzepts üben wir mit dir, Architekturentscheide in zwei Minuten verständlich zu begründen.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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