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Business & Prozesse · Geschäftsideen evaluieren

Ideen und Szenarien für digitale Geschäftsmodelle evaluieren

Du lernst, Ideen für digitale Angebote systematisch zu entwickeln, mögliche Zukünfte durchzuspielen und mit Kriterien, Zahlen und kleinen Tests zu entscheiden, welche Idee sich lohnt.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 20 Std. SelbststudiumDigitales Business: 2. Lehrjahr · üK-Wahlpflicht
#Geschäftsmodell#Ideenfindung#Value Proposition Canvas#Szenariotechnik#Nutzwertanalyse#Business Case#MVP#Annahmen testen#Innovation

Überblick

Worum geht es?

Gute Ideen sind nicht selten, aber die meisten scheitern, weil niemand prüft, ob Kundschaft sie wirklich braucht und ob sie sich rechnen. In diesem Modul erzeugst du mit Kreativmethoden und bewährten Geschäftsmodell-Mustern mehrere Ideen. Mit dem Value Proposition Canvas prüfst du, ob eine Idee ein echtes Kundenproblem löst. Mit der Szenariotechnik spielst du durch, wie sich das Umfeld bis in fünf oder zehn Jahren entwickeln könnte. Danach bewertest du die Ideen mit einer Nutzwertanalyse und einer groben Wirtschaftlichkeitsrechnung und planst einfache Tests für die riskantesten Annahmen.

Wofür brauchst du das?

Unternehmen investieren schnell CHF 50'000 oder mehr in eine App oder Plattform. Wer vorher mit wenig Aufwand prüft, ob die Idee trägt, spart dem Betrieb viel Geld und Frust. Als Entwickler/in digitales Business bist du oft die Person, die Ideen aus der Geschäftsleitung oder Fachabteilung strukturiert und mit Fakten unterlegt. Das Modul bereitet dich auf 396 (Geschäftsmodelle entwerfen) und auf Innovationsprojekte wie in 338 und 339 vor.

Das solltest du schon können

  • Geschäftsprozesse und Kundenbeziehungen eines Betriebs beschreiben (Modul 254)
  • Daten mit Interviews und kurzen Umfragen erheben (Modul 374)
  • Grundlagen in Excel: Formeln, einfache Tabellen und Diagramme

Typische Tools & Technologien

Value Proposition CanvasBusiness Model Navigator (Muster)SzenariotrichterNutzwertanalyse in ExcelMiro / MuralLandingpage-Baukasten (z.B. Webflow, Wix)Google Forms / Microsoft FormsGoogle Trends

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Ideen für digitale Angebote mit Kreativmethoden und Geschäftsmodell-Mustern entwickeln

    Kompetenz A

    Du startest mit einer klar formulierten Fragestellung ('Wie könnten wir ...?') und erzeugst mit Methoden wie Brainwriting 6-3-5 oder SCAMPER viele Ideen, bevor du bewertest. Zusätzlich nutzt du bekannte Geschäftsmodell-Muster wie Abo, Freemium, Plattform oder Pay-per-Use als Inspiration: Was wäre, wenn wir das Muster einer anderen Branche übernehmen?

    Situation

    Eine Käserei im Emmental verkauft Käse über Detailhändler und einen Hofladen. Der Umsatz stagniert, die junge Generation will etwas Digitales ausprobieren.

    Deine Aufgabe

    Entwickle in 45 Minuten mindestens 15 Ideen und wähle die fünf interessantesten aus.

    Gutes Ergebnis

    Fragestellung: 'Wie könnten wir Käseliebhaber in der ganzen Schweiz direkt erreichen?' Mit Brainwriting und Mustern entstehen 22 Ideen. Top 5: Käse-Abo mit monatlicher Überraschungsbox (Abo), Patenschaft für einen Laib mit Reifungs-Updates (Personalisierung), Online-Degustationskurse (Erlebnis), Firmengeschenke-Shop für KMU (B2B), Käse-Automat am Bahnhof mit App-Bezahlung (Self-Service).

    How-Might-We-FrageBrainwriting 6-3-5SCAMPERGeschäftsmodell-MusterDivergieren und Konvergieren
  2. 2

    Mit dem Value Proposition Canvas prüfen, ob eine Idee ein echtes Kundenproblem löst

    Kompetenz B

    Der Value Proposition Canvas hat zwei Seiten. Rechts beschreibst du das Kundenprofil: Aufgaben (Jobs), Ärgernisse (Pains) und erhoffte Gewinne (Gains). Links beschreibst du dein Angebot: Produkte, Schmerzlinderer und Gewinnerzeuger. Ein Fit entsteht nur, wenn dein Angebot die wichtigsten Pains und Gains wirklich adressiert.

    Situation

    Eine Liegenschaftsverwaltung in St. Gallen betreut 1'800 Mietwohnungen. Mietende melden Schäden per Telefon, die Verwaltung ist ständig besetzt, und Handwerker erhalten unvollständige Infos.

    Deine Aufgabe

    Erstelle den Canvas für eine Schadensmelde-App aus Sicht der Mietenden.

    Gutes Ergebnis

    Jobs: Schaden melden, wissen, wann jemand kommt. Pains: Telefon besetzt, Termin unklar, mehrmals frei nehmen. Gains: Status jederzeit sehen, Wunschtermin wählen. Angebot: App mit Foto-Upload, Statusanzeige und Terminwahl beim Handwerker. Fit: deckt die drei wichtigsten Pains, Wunschtermin ist der stärkste Gain-Erzeuger.

    Customer JobsPainsGainsPain RelieversGain CreatorsProblem-Solution-Fit
  3. 3

    Mit der Szenariotechnik mögliche Zukünfte für eine Geschäftsidee durchspielen

    Kompetenz C

    Du sammelst Einflussfaktoren auf eine Idee, bestimmst die wichtigsten und unsichersten davon als Schlüsselfaktoren und entwickelst für jeden mögliche Ausprägungen. Daraus baust du zwei bis drei stimmige Szenarien, z.B. ein positives Extrem, ein negatives Extrem und ein Trendszenario. Der Szenariotrichter zeigt, wie die Unsicherheit mit der Zeit zunimmt. Du prüfst, in welchen Szenarien deine Idee funktioniert.

    Situation

    Ein regionales Autogewerbe in der Agglomeration Bern überlegt, bis 2032 ein Carsharing-Angebot mit E-Autos per App aufzubauen.

    Deine Aufgabe

    Entwickle drei Szenarien und prüfe die Idee darin.

    Gutes Ergebnis

    Schlüsselfaktoren: Homeoffice-Anteil, Strompreis, Ausbau ÖV, Akzeptanz von Sharing. Szenario A 'Sharing-Boom': viele Haushalte ohne eigenes Auto, Idee sehr attraktiv. Szenario B 'Auto bleibt Status': kaum Nachfrage, nur Firmenkunden interessant. Szenario C 'Trend': langsam wachsende Nachfrage, Start mit 5 Autos an 2 Standorten. Fazit: robust, wenn klein gestartet und Firmenkunden mitgedacht werden.

    EinflussfaktorSchlüsselfaktorSzenariotrichterBest Case / Worst Case / TrendRobustheit einer Strategie
  4. 4

    Ideen mit einer Nutzwertanalyse nachvollziehbar bewerten

    Kompetenz D

    Du legst Kriterien fest, die Wünschbarkeit (wollen Kundinnen es?), Machbarkeit (können wir es umsetzen?) und Wirtschaftlichkeit (rechnet es sich?) abdecken. Die Kriterien gewichtest du, bewertest jede Idee auf einer Skala und berechnest den Nutzwert. So wird der Entscheid transparent und lässt sich diskutieren.

    Situation

    Die Käserei muss aus den fünf Ideen eine auswählen, für die sie im ersten Jahr CHF 20'000 und rund 10 Stunden pro Woche investieren kann.

    Deine Aufgabe

    Bewerte die fünf Ideen mit einer Nutzwertanalyse.

    Gutes Ergebnis

    Kriterien: Kundennutzen (25 %), Umsatzpotenzial (25 %), Umsetzbarkeit mit eigenem Team (20 %), Investition (15 %), Passung zur Marke (15 %). Skala 1 bis 5. Ergebnis: Käse-Abo 4.1, Firmengeschenke-Shop 3.8, Patenschaft 3.5, Degustationskurse 3.2, Automat 2.6. Empfehlung: Käse-Abo starten, Firmengeschenke als Erweiterung im zweiten Jahr.

    NutzwertanalyseGewichtungDesirability, Feasibility, ViabilitySensitivität der Gewichtung
  5. 5

    Die Wirtschaftlichkeit einer Idee mit einem einfachen Business Case abschätzen

    Kompetenz E

    Du schätzt das Marktpotenzial mit TAM, SAM und SOM, rechnest mit Annahmen zu Preis, Kundenzahl und Kosten und bestimmst den Break-even. Alle Annahmen machst du sichtbar. Mit einer Sensitivitätsrechnung siehst du, welche Annahme das Ergebnis am stärksten beeinflusst.

    Situation

    Das Käse-Abo soll CHF 49 pro Monat kosten. Ware und Verpackung kosten CHF 22, Versand CHF 9. Fixkosten für Shop, Marketing und Personal betragen rund CHF 3'500 pro Monat.

    Deine Aufgabe

    Berechne den Break-even und prüfe die Sensitivität.

    Gutes Ergebnis

    Deckungsbeitrag pro Abo: CHF 49 minus 22 minus 9 = CHF 18. Break-even: 3'500 / 18 = rund 195 Abos. Markt: rund 400'000 Haushalte in der Deutschschweiz kaufen regelmässig Spezialkäse (SAM, Annahme), 195 Abos entsprechen 0.05 %. Sensitivität: Steigt der Versand auf CHF 12, braucht es 234 Abos. Kündigungsrate ist die kritischste Annahme.

    TAM / SAM / SOMDeckungsbeitragBreak-evenFixkosten und variable KostenSensitivitätsanalyse
  6. 6

    Riskante Annahmen identifizieren und mit kleinen Experimenten testen

    Kompetenz F

    Jede Idee beruht auf Annahmen. Du listest sie auf, ordnest sie nach Wichtigkeit und Unsicherheit und testest die riskantesten zuerst, mit möglichst wenig Aufwand: Interviews, Landingpage-Test, Vorbestellung oder ein manuelles Minimum Viable Product. Vorher legst du fest, ab welchem Ergebnis die Annahme als bestätigt gilt.

    Situation

    Die riskanteste Annahme der Käserei: 'Genug Menschen sind bereit, CHF 49 pro Monat für ein Käse-Abo zu zahlen.'

    Deine Aufgabe

    Plane ein Experiment mit einem Budget von CHF 500 und zwei Wochen Laufzeit.

    Gutes Ergebnis

    Landingpage mit Angebot und Button 'Jetzt vorbestellen' (Fake Door), beworben mit CHF 400 Social-Media-Anzeigen in der Deutschschweiz. Erfolgskriterium vorab: mindestens 3 % der Besuchenden hinterlassen ihre E-Mail. Ergebnis: 1'250 Besuche, 61 Anmeldungen (4.9 %). Annahme bestätigt, nächster Test: manuelles MVP mit 20 echten Boxen.

    Annahme (Hypothese)Assumption MappingMinimum Viable ProductFake-Door-TestErfolgskriterium

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Ideen entwickeln

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Value Proposition prüfen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Szenarien durchspielen

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Ideen bewerten

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Wirtschaftlichkeit abschätzen

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Annahmen testen

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Ein Ganzjahresangebot für die Bergbahnen Rotbach

Luca ist im 2. Lehrjahr als Entwickler digitales Business bei der Bergbahnen Rotbach AG im Toggenburg, die im Winter 60 Mitarbeitende beschäftigt. Die Zahl der Skitage schwankt stark, und im Sommer stehen die Anlagen oft halb leer. Die Geschäftsleitung gibt Luca den Auftrag, digitale Ideen für ein ganzjähriges Angebot zu entwickeln und die beste so zu prüfen, dass der Verwaltungsrat darüber entscheiden kann.

  1. Kapitel 1

    42 Ideen an einem Nachmittag

    Luca formuliert die Frage: «Wie könnten wir Familien dazu bringen, auch im Sommer und bei schlechtem Wetter zu uns zu kommen?» Im Brainwriting mit fünf Mitarbeitenden aus Kasse, Technik und Gastronomie entstehen 42 Ideen, doch viele drehen sich nur um Rabatte. Luca bringt deshalb Geschäftsmodell-Muster als Anstoss ein und erhält neue Ansätze: ein Familienabo mit Zusatzleistungen, einen Erlebnis-Pass per App mit Partnern im Tal und dynamische Preise für Tageskarten. Fünf Ideen kommen in die engere Wahl.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Was Familien wirklich stört

    Für den Erlebnis-Pass füllt Luca den Value Proposition Canvas zuerst am Schreibtisch aus und vermutet den Preis als grössten Pain. In sechs Gesprächen mit Familien an der Talstation hört er etwas anderes: Sie wissen am Vorabend nicht, was bei Regen offen hat, und stehen dann vor geschlossenen Türen. Luca baut das Angebot um. Im Zentrum steht jetzt eine tagesaktuelle Übersicht mit Wetterprognose und reservierbaren Aktivitäten, der Rabatt wird zur Nebensache.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Toggenburg 2035

    Luca wählt die zwei unsichersten Faktoren: die Schneesicherheit und die Bereitschaft der Partnerbetriebe im Tal, mitzumachen. Daraus entstehen vier Szenarien, vom «schneearmen Alleingang» bis zur «Ganzjahresregion». Der Erlebnis-Pass funktioniert in drei davon, nur ohne Partner bleibt das Angebot dünn. Als Frühindikator legt Luca fest, wie viele Partner im ersten Jahr einen Vertrag unterschreiben.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Zahlen auf den Tisch

    Mit dem Geschäftsführer legt Luca vier Kriterien fest, Kundennutzen zählt 35 %, Umsetzbarkeit mit dem kleinen Team 25 %. Der Erlebnis-Pass gewinnt mit 4.1 Punkten knapp vor dem Familienabo mit 3.8, und auch mit anderer Gewichtung bleibt er vorne. Bei CHF 39 pro Pass, CHF 12 Abgabe an die Partner und CHF 2 Zahlungsgebühren bleibt ein Deckungsbeitrag von CHF 25. Mit Fixkosten von CHF 45'000 pro Jahr für App und Marketing braucht es 1'800 Pässe bis zum Break-even, im pessimistischen Fall mit 1'100 Pässen entsteht ein Verlust von CHF 17'500.

    Ziel 4Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Die Wette mit der Landingpage

    Die riskanteste Annahme lautet: Genug Familien zahlen CHF 39 für einen Pass. Luca baut in zwei Tagen eine Landingpage mit Gratis-Vorreservation und schaltet für CHF 600 Social-Media-Werbung im Raum St. Gallen und Zürich. Als Erfolgskriterium setzt er 150 Vorreservationen in vier Wochen. Es kommen 212, zwei Drittel davon für Regentage. Der Verwaltungsrat bewilligt eine Pilotsaison mit fünf Partnerbetrieben.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Ideen erzeugen

    ca. 3 Std.

    Du lernst, zu einer klaren Fragestellung viele Ideen zu entwickeln, und nutzt Geschäftsmodell-Muster als Inspiration.

    • Für ein Fallbeispiel drei How-Might-We-Fragen formulieren und eine auswählen
    • Brainwriting 6-3-5 in der Gruppe durchführen
    • Zehn Geschäftsmodell-Muster studieren und drei davon auf das Fallbeispiel übertragen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Kundensicht verstehen

    ca. 3.5 Std.

    Du baust für eine Idee den Value Proposition Canvas und prüfst den Fit mit echten Gesprächen.

    • Kundenprofil mit Jobs, Pains und Gains ausfüllen und priorisieren
    • Drei kurze Interviews mit potenziellen Kundinnen oder Kunden führen
    • Canvas anpassen und den Fit beurteilen

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Zukunft durchspielen

    ca. 3.5 Std.

    Du entwickelst mit der Szenariotechnik drei Szenarien und prüfst deine Idee darin.

    • Einflussfaktoren sammeln und nach Wirkung und Unsicherheit einordnen
    • Schlüsselfaktoren mit Ausprägungen beschreiben und drei Szenarien bilden
    • Prüfen, in welchen Szenarien die Idee funktioniert und was sie robuster macht

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Bewerten und rechnen

    ca. 4 Std.

    Du vergleichst Ideen mit einer Nutzwertanalyse und rechnest die beste Idee durch.

    • Kriterien und Gewichtung festlegen und begründen
    • Nutzwertanalyse in Excel aufbauen
    • Einen Business Case mit Deckungsbeitrag, Break-even und Sensitivität erstellen

    Trainiert Kompetenz D1D2E1E2

    Lernziel45

  5. 5

    Annahmen testen

    ca. 3 Std.

    Du findest die riskanteste Annahme und planst ein günstiges Experiment.

    • Alle Annahmen einer Idee auflisten und in einer Matrix nach Wichtigkeit und Unsicherheit ordnen
    • Ein Experiment mit Erfolgskriterium, Budget und Dauer planen
    • Eine einfache Landingpage oder ein Umfrageformular bauen

    Trainiert Kompetenz F1F2

    Lernziel6

  6. 6

    Alles zusammen: Ideen-Pitch

    ca. 3 Std.

    Du präsentierst eine evaluierte Idee mit Canvas, Szenarien, Bewertung, Zahlen und Testplan.

    • Ein Evaluationsdossier mit allen Ergebnissen zusammenstellen
    • In 10 Minuten vor einer Jury pitchen
    • Kritische Rückfragen zu Annahmen und Zahlen beantworten

    Trainiert Kompetenz B3C3D3E3F3

    Lernziel23456

Üben

Übungen aus der Praxis

Ideen für ein Fitnesscenter

Einstieg Einstieg

Ein unabhängiges Fitnesscenter in Olten mit 900 Mitgliedern verliert Kundschaft an günstige Ketten und Home-Workout-Apps.

Weist nach A1A2

  1. Eine How-Might-We-Frage formulieren
  2. Mit SCAMPER oder Brainwriting mindestens 12 Ideen sammeln
  3. Drei Ideen auswählen und je einem Geschäftsmodell-Muster zuordnen
Tipp anzeigen

Bewerte während des Sammelns nicht. Auch scheinbar verrückte Ideen bringen oft den entscheidenden Anstoss.

Lösungsskizze anzeigen

Frage: 'Wie könnten wir Mitglieder auch an Tagen begleiten, an denen sie nicht ins Studio kommen?' Ideen z.B. Online-Kurse für Mitglieder, Firmenfitness-Abo für KMU in Olten, Personal-Training per Video, Pay-per-Visit-Karte, Challenge-App mit Ranglisten. Zuordnung: Firmenfitness (B2B-Abo), Pay-per-Visit (Pay-per-Use), Challenge-App (Community / Gamification).

Value Proposition und Nutzwertanalyse für eine Bäckerei

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Bäckerei mit vier Filialen in Winterthur wirft jeden Abend Ware im Wert von rund CHF 300 weg. Ideen: Vorbestellung per App, Abendverkauf über eine Restenplattform, Gipfeli-Abo mit Lieferung für Büros.

Weist nach B2D2

  1. Für die Büro-Lieferung einen Value Proposition Canvas aus Sicht einer Office-Managerin erstellen
  2. Kriterien mit Gewichtung für die drei Ideen festlegen
  3. Eine Nutzwertanalyse durchführen
  4. Die Gewichtung einmal ändern und prüfen, ob sich die Rangfolge ändert
Tipp anzeigen

Ein Kriterium 'Reduktion Foodwaste' ist hier wichtig, sonst bewertest du an der eigentlichen Herausforderung vorbei.

Lösungsskizze anzeigen

Canvas: Job 'Team am Montagmorgen versorgen', Pain 'jedes Mal bestellen und abholen', Gain 'feste Lieferung, Rechnung monatlich'. Kriterien: Foodwaste-Reduktion 30 %, Umsatzpotenzial 25 %, Aufwand 20 %, Kundennutzen 25 %. Ergebnis z.B. Restenplattform am schnellsten umsetzbar, Büro-Abo mit höchstem Umsatzpotenzial. Sensitivität: Bei mehr Gewicht auf Umsatz gewinnt das Büro-Abo.

Evaluation einer Mobilitätsidee mit Szenarien und Test

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Velohändler in Zug überlegt, E-Cargobikes im Abo zu vermieten (CHF 129 pro Monat inkl. Service und Versicherung). Ein Cargobike kostet CHF 6'500 und hält rund vier Jahre. Er fragt dich, ob sich das lohnt.

Weist nach B3C3E3F3

  1. Value Proposition Canvas für Familien mit kleinen Kindern erstellen
  2. Drei Szenarien für 2030 mit Schlüsselfaktoren wie Veloinfrastruktur, Autopreise und Homeoffice entwickeln
  3. Einen Business Case mit Abschreibung, Service, Versicherung und Break-even rechnen
  4. Die drei riskantesten Annahmen bestimmen und ein Experiment für die wichtigste planen
  5. Eine Empfehlung mit Begründung formulieren
Tipp anzeigen

Rechne pro Velo und Monat: Abschreibung (6'500 / 48 Monate), Service, Versicherung und Ausfallrisiko. Erst dann lohnt der Blick auf die Gesamtzahl.

Lösungsskizze anzeigen

Kosten pro Velo und Monat: Abschreibung ca. CHF 135, Service ca. CHF 20, Versicherung ca. CHF 12, also über CHF 129, damit ohne Restwert und Zusatzverkäufe nicht rentabel. Optionen: Preis anheben, Laufzeit verlängern, Restwertverkauf nach 3 Jahren einrechnen. Szenarien: gut bei Ausbau Velowege, schwierig wenn Auto günstig bleibt. Riskanteste Annahme: Zahlungsbereitschaft über CHF 150. Test: Vorbestellung mit Anzahlung von CHF 50. Empfehlung: nur mit angepasstem Preis und Test starten.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was beschreibt die rechte Seite des Value Proposition Canvas?

Das Kundenprofil mit Jobs (Aufgaben), Pains (Ärgernisse und Risiken) und Gains (erhoffte Gewinne).

Was ist ein Schlüsselfaktor in der Szenariotechnik?

Ein Einflussfaktor mit grosser Wirkung auf die Idee und hoher Unsicherheit, wie er sich entwickelt.

Wofür steht der Szenariotrichter?

Er zeigt, dass die Bandbreite möglicher Zukünfte mit wachsendem Zeithorizont grösser wird.

Welche drei Perspektiven sollte die Bewertung einer Idee abdecken?

Wünschbarkeit (Kundennutzen), Machbarkeit (Umsetzung) und Wirtschaftlichkeit (Rentabilität).

Wie berechnest du den Break-even in Stück?

Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag pro Stück (Preis minus variable Kosten).

Was ist der Unterschied zwischen TAM, SAM und SOM?

TAM ist der gesamte Markt, SAM der Teil, den du mit deinem Angebot erreichen kannst, SOM der Anteil, den du realistisch gewinnen kannst.

Warum legst du das Erfolgskriterium vor dem Experiment fest?

Damit du das Ergebnis nicht nachträglich schönredest und klar entscheiden kannst, ob die Annahme bestätigt ist.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Sich in die erste Idee verlieben und Alternativen gar nicht erst entwickeln.
  • Den Value Proposition Canvas nur am Schreibtisch ausfüllen, ohne mit echten Kundinnen oder Kunden zu sprechen.
  • Szenarien bilden, die nur Varianten derselben Zukunft sind, statt wirklich unterschiedliche Entwicklungen.
  • Gewichtungen in der Nutzwertanalyse so wählen, dass die Lieblingsidee gewinnt.
  • Im Business Case nur Umsatz rechnen und variable Kosten wie Versand, Zahlungsgebühren oder Kündigungen vergessen.
  • Ein grosses MVP bauen, bevor die riskanteste Annahme mit einem günstigen Test geprüft ist.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Mach jede Annahme in deinen Rechnungen sichtbar, z.B. in einer eigenen Spalte. Prüfende bewerten Nachvollziehbarkeit höher als perfekte Zahlen.
  • Begründe Kriterien und Gewichtung der Nutzwertanalyse in ein bis zwei Sätzen.
  • Zeig in den Szenarien, was deine Idee robuster macht, nicht nur, ob sie funktioniert.
  • Schliesse mit einer klaren Empfehlung und dem nächsten konkreten Test.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Value Proposition Canvas
Werkzeug, das Kundenprofil und Angebot gegenüberstellt, um den Fit zu prüfen.
Geschäftsmodell-Muster
Bewährtes Grundprinzip, wie ein Unternehmen Wert schafft und verdient, z.B. Abo, Freemium oder Plattform.
Szenariotechnik
Methode, um mehrere plausible Zukunftsbilder systematisch zu entwickeln und Strategien daran zu prüfen.
Nutzwertanalyse
Bewertungsverfahren mit gewichteten Kriterien, das Alternativen vergleichbar macht.
Deckungsbeitrag
Preis minus variable Kosten. Er trägt zur Deckung der Fixkosten bei.
Break-even
Punkt, an dem Erlöse und Kosten gleich hoch sind.
Minimum Viable Product
Kleinstmögliche Version eines Angebots, mit der man echtes Kundenverhalten testen kann.
Fake-Door-Test
Test, bei dem ein Angebot beworben wird, das es noch nicht gibt, um echtes Interesse zu messen.
TAM / SAM / SOM
Gesamtmarkt, erreichbarer Markt und realistisch gewinnbarer Marktanteil.

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KI-Tutor · Modul 164Nur Tipps

Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

Tutavio

So helfen wir dir bei Modul 395

  • Wir moderieren mit dir eine Ideenrunde zu deinem Fallbeispiel und zeigen dir, wie du Geschäftsmodell-Muster gezielt als Inspiration einsetzt.
  • Wir prüfen deinen Value Proposition Canvas und hinterfragen, ob deine Pains und Gains belegt oder nur vermutet sind.
  • Wir bauen mit dir die Excel-Vorlage für Nutzwertanalyse und Business Case auf und testen gemeinsam die Sensitivität deiner Annahmen.
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