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Marketing & Kommunikation · Marketingkonzept

Marketingkonzept entwickeln und präsentieren

Du entwickelst aus einer Marktanalyse ein vollständiges Marketingkonzept mit Zielen, Marketing-Mix, Massnahmen und Budget und präsentierst es überzeugend.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 24 Std. SelbststudiumDigitales Business: 2. Lehrjahr · BerufsfachschuleMediamatik: 2. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Marketingkonzept#Marketing-Mix#4P / 7P#Positionierung#Customer Journey#Massnahmenplan#Marketingbudget#Präsentation

Überblick

Worum geht es?

Ein Marketingkonzept beantwortet vier Fragen: Wo stehen wir, wohin wollen wir, wie kommen wir dorthin und woran merken wir, dass es funktioniert? In diesem Modul baust du ein solches Konzept für einen echten oder realistischen Betrieb auf. Du definierst Ziele, Zielgruppe und Positionierung, gestaltest den Marketing-Mix nach 4P oder 7P, planst Massnahmen entlang der Customer Journey und legst Budget, Zeitplan und Erfolgskontrolle fest. Zum Schluss präsentierst du das Konzept so, dass eine Geschäftsleitung entscheiden kann.

Wofür brauchst du das?

In Agenturen und Marketingabteilungen werden Budgets nur freigegeben, wenn ein nachvollziehbares Konzept vorliegt. Wer Massnahmen sauber aus Zielen und Zielgruppe ableitet, verhindert teure Einzelaktionen, die nichts bewirken. Die Fähigkeit, ein Konzept klar zu präsentieren, brauchst du in jedem Kundentermin. Das Modul baut auf 278 auf und liefert die Grundlage für 280, 281 und 282.

Das solltest du schon können

  • Markt, Konkurrenz und Zielgruppen analysieren, SWOT erstellen und SMART-Ziele formulieren (Modul 278)
  • Präsentationen mit Folienmaster und Tabellen in Excel erstellen (Modul 286)
  • Grundkenntnisse über gängige Werbemittel und Social-Media-Kanäle

Typische Tools & Technologien

PowerPoint / Keynote / Google SlidesCanvaMiro / FigJamExcel / Google SheetsMicrosoft Planner / TrelloMeta Business SuiteLinkedIn Campaign Manager

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Die Ausgangslage zusammenfassen und Marketingziele festlegen

    Kompetenz A

    Du fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus der Marktanalyse auf einer Seite zusammen und leitest daraus wenige, klare Marketingziele ab. Du unterscheidest ökonomische Ziele wie Umsatz und Anzahl Buchungen von psychografischen Zielen wie Bekanntheit.

    Situation

    Die Gelateria Lucia in Basel hat zwei Filialen und will ein Catering für Firmenanlässe aufbauen. Die Analyse zeigt: Viele Firmen suchen originelle Ideen für Sommerevents, die Konkurrenz bietet vor allem Apéro-Catering an.

    Deine Aufgabe

    Formuliere Ausgangslage und Marketingziele für die Saison 2027.

    Gutes Ergebnis

    Ausgangslage auf einer Seite mit den drei wichtigsten SWOT-Punkten. Ziele: 50 Catering-Buchungen zwischen Mai und September 2027 mit einem Umsatz von CHF 45'000. Bis Ende April 2027 kennen 30 % der HR-Verantwortlichen von 200 Zielfirmen in der Region das Angebot, gemessen mit einer Kurzumfrage.

    AusgangslageMarketingzielökonomisches Zielpsychografisches ZielZielhierarchie
  2. 2

    Zielgruppe und Positionierung mit einem klaren Nutzenversprechen festlegen

    Kompetenz B

    Du entscheidest, wen das Konzept primär anspricht und wer die Kaufentscheidung trifft. Daraus formulierst du eine Positionierung mit einem Nutzenversprechen, das sich klar von der Konkurrenz unterscheidet und durch Fakten belegt werden kann.

    Situation

    Beim Firmencatering der Gelateria entscheidet nicht der Gast, sondern die HR-Abteilung oder die Assistenz der Geschäftsleitung.

    Deine Aufgabe

    Bestimme Haupt- und Nebenzielgruppe und formuliere die Positionierung.

    Gutes Ergebnis

    Hauptzielgruppe: HR-Verantwortliche und Eventorganisatorinnen in Firmen mit 50 bis 500 Mitarbeitenden in der Region Basel. Positionierung: 'Das Sommer-Highlight für Ihr Team: hausgemachtes Glacé vom Glacévelo, aufgebaut in 15 Minuten, ohne Aufwand für Sie.' Belege: eigene Produktion, 18 Sorten, Lieferung im Umkreis von 20 km.

    ZielgruppeEntscheider / NutzerPositionierungNutzenversprechenUSPReason Why
  3. 3

    Den Marketing-Mix nach 4P oder 7P stimmig gestalten

    Kompetenz C

    Du legst für Produkt, Preis, Distribution und Kommunikation fest, wie das Angebot aussieht. Bei Dienstleistungen ergänzt du Personal, Prozesse und das physische Umfeld. Alle Instrumente müssen zur Positionierung passen und sich gegenseitig stützen.

    Situation

    Die Gelateria will das Catering nicht als Billigangebot, sondern als besonderes Erlebnis verkaufen.

    Deine Aufgabe

    Beschreibe den Marketing-Mix nach 7P.

    Gutes Ergebnis

    Product: Glacévelo mit 6 Sorten, Becher und Waffeln, Personal vor Ort. Price: Paket ab CHF 690 für 100 Portionen, jede weitere Portion CHF 5.50. Place: Buchung über Landingpage, Lieferung im Umkreis von 20 km. Promotion: LinkedIn, Direct Mailing, Gewerbeausstellung. People: geschulte Studierende im Lucia-Shirt. Process: Buchung in drei Schritten, Bestätigung innert 24 Stunden. Physical Evidence: gebrandetes Velo, Fotos auf der Website.

    ProductPricePlacePromotionPeople / Process / Physical EvidenceKonsistenz
  4. 4

    Kommunikationsmassnahmen entlang der Customer Journey planen

    Kompetenz D

    Du zeichnest den Weg der Zielgruppe vom ersten Kontakt bis zur Weiterempfehlung auf und ordnest jeder Phase passende Touchpoints und Massnahmen zu. So entsteht ein Massnahmenplan, in dem jede Aktion eine klare Aufgabe hat.

    Situation

    Eine HR-Verantwortliche plant im Frühling das Sommerfest. Sie sucht auf Google, fragt im Netzwerk und vergleicht Angebote.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine Customer Journey mit Massnahmen pro Phase.

    Gutes Ergebnis

    Aufmerksamkeit: LinkedIn-Anzeigen an HR in der Region und Stand an der Gewerbeausstellung. Interesse: Landingpage mit Fotos, Paketen und Preisen. Entscheidung: Online-Anfrageformular, Rückruf innert 24 Stunden. Erlebnis: pünktlicher Aufbau, Fotos für das Firmenintranet. Weiterempfehlung: Dankeskarte mit Gutschein für die nächste Buchung und Bitte um Google-Bewertung.

    Customer JourneyTouchpointAwareness / Consideration / ConversionKundenbindungMassnahmenplan
  5. 5

    Budget, Zeitplan und Erfolgskontrolle festlegen

    Kompetenz E

    Du verteilst ein vorgegebenes Budget sinnvoll auf die Massnahmen, planst sie in einem Zeitplan und legst für jedes Ziel fest, mit welcher Kennzahl, welchem Zielwert und welcher Datenquelle du den Erfolg misst.

    Situation

    Die Gelateria kann CHF 12'000 für die Lancierung ausgeben. Die Massnahmen sollen zwischen Februar und Juni laufen.

    Deine Aufgabe

    Erstelle Budget, Zeitplan und Kennzahlenset.

    Gutes Ergebnis

    Budget: Landingpage 2'500, Fotoshooting 1'800, LinkedIn-Anzeigen 3'000, Direct Mailing an 300 Firmen inkl. Druck und Porto 1'200, Gewerbeausstellung 2'500, Reserve 1'000. Zeitplan als Gantt in Excel. Kennzahlen: Anfragen über das Formular (Ziel 120), Anteil Anfragen mit Buchung (Ziel 40 %), Kosten pro Anfrage (Ziel unter CHF 100).

    MarketingbudgetBudgetverteilungGantt-DiagrammKPIZielwertKosten pro Anfrage
  6. 6

    Das Konzept verständlich dokumentieren und überzeugend präsentieren

    Kompetenz F

    Du strukturierst das Konzept so, dass Entscheider in wenigen Minuten den Kern erfassen: Problem, Ziel, Idee, Massnahmen, Kosten, erwarteter Nutzen. Du gestaltest Folien mit wenig Text, beantwortest Einwände sachlich und holst am Ende eine Entscheidung ein.

    Situation

    Du präsentierst das Catering-Konzept der Inhaberin der Gelateria und ihrem Treuhänder. Sie haben 20 Minuten Zeit und sind skeptisch wegen der Kosten.

    Deine Aufgabe

    Plane den Ablauf der Präsentation und bereite dich auf Einwände vor.

    Gutes Ergebnis

    12 Folien: Ausgangslage, Ziel, Zielgruppe, Idee, Mix, Journey, Zeitplan, Budget, Kennzahlen, Rechenbeispiel, Risiken, Entscheid. Rechenbeispiel: Bei 50 Buchungen und 40 % Deckungsbeitrag sind die Marketingkosten von CHF 12'000 nach 34 Buchungen gedeckt. Vorbereitete Antworten auf drei Einwände, z.B. 'Was, wenn es regnet?'.

    Management SummaryPräsentationsstrukturStorytellingEinwandbehandlungEntscheidungsvorlage

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Ausgangslage und Marketingziele

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Zielgruppe und Positionierung

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Marketing-Mix

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Customer Journey und Massnahmen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Budget, Zeitplan und Erfolgskontrolle

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Konzept dokumentieren und präsentieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Das Brot-Abo der Bäckerei Hubacher

Noah ist Mediamatiker im 2. Lehrjahr bei der Agentur Fokusreich GmbH in Olten mit 18 Mitarbeitenden. Die Bäckerei Hubacher mit vier Filialen im Raum Olten will ein Brot-Abo mit Lieferung bis vor die Haustür lancieren. Noah erarbeitet unter Begleitung seiner Projektleiterin das Marketingkonzept und präsentiert es am Schluss der Inhaberfamilie.

  1. Kapitel 1

    Wo stehen wir, wohin wollen wir?

    Aus der Marktanalyse fasst Noah zusammen: Die Stammkundschaft ist treu, aber zu 60 % über 50, und unter der Woche sind die Filialen schwach ausgelastet. Er formuliert das Ziel, bis Ende Juni 300 aktive Abos zu gewinnen, davon mindestens ein Drittel von neuen Haushalten. Der Inhaber befürchtet, das Abo nehme den Filialen Umsatz weg. Noah zeigt mit den Kassendaten, dass das Abo vor allem die schwachen Wochentage abdeckt, und hält diese Abgrenzung im Konzept fest.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Für wen ist das Abo?

    Noah denkt zuerst an ältere Menschen, die nicht mehr gern einkaufen gehen. Gespräche mit acht Kundinnen zeigen etwas anderes: Familien mit kleinen Kindern und Paare im Homeoffice haben morgens am wenigsten Zeit. Er formuliert das Nutzenversprechen 'Jeden Morgen frisches Brot vor der Tür, ohne Umweg und ohne Plastik'. Gegen die Lieferdienste der Grossverteiler grenzt er das Abo mit Handwerk, regionalem Mehl und Lieferung vor 6.30 Uhr ab.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Vier P für ein Brot

    Noah legt drei Abo-Grössen fest, das kleinste für CHF 34 pro Monat. Geliefert wird mit einem E-Cargo-Bike, bestellt über ein Formular auf der Website. In seinem ersten Entwurf plant er 50 % Rabatt im ersten Monat. Die Projektleiterin weist darauf hin, dass ein solcher Rabatt die Qualitätsbotschaft untergräbt. Noah ersetzt ihn durch eine kostenlose Probewoche, die zum Versprechen passt.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Vom Flyer in der Brottüte bis zur Bestellung

    Für die Persona Familie Meier zeichnet Noah die Journey: Aufmerksamkeit über Flyer in jeder Brottüte und Instagram-Anzeigen im Umkreis von 8 km, Prüfen auf einer Landingpage, Abschluss im Online-Formular, Bindung per SMS vor jeder Lieferpause. Beim Testen merkt er, dass man nur per Rechnung zahlen kann, und ergänzt Twint, weil hier viele abbrechen würden. Er verteilt das Budget von CHF 9'500 von Februar bis Mai und legt drei Kennzahlen fest: neue Abos pro Woche, Kosten pro Abo und Kündigungen nach drei Monaten.

    Ziel 4Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Zwanzig Minuten für die Entscheidung

    Bei der Probe mit der Projektleiterin hat Noah 34 Folien, viel zu viele für 20 Minuten. Er kürzt auf 12 und baut die Präsentation entlang der drei Fragen auf, die die Inhaberfamilie entscheiden muss. Wie erwartet will der Inhaber nur CHF 7'000 ausgeben. Noah zeigt seinen vorbereiteten Plan B: Die Plakate fallen weg, die Anzeigen bleiben, und das Ziel sinkt auf 250 Abos. Die Familie gibt den Start für Februar frei.

    Ziel 6Ziel 5

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Aufbau eines Marketingkonzepts

    ca. 3 Std.

    Du lernst die Struktur eines Konzepts kennen und analysierst gute und schlechte Beispiele.

    • Zwei Beispielkonzepte vergleichen und markieren, wo Ziele, Massnahmen und Kontrolle zusammenpassen und wo nicht
    • Eine Gliederungsvorlage für dein eigenes Konzept erstellen
    • Einen Fallbetrieb wählen und die Ausgangslage auf einer Seite zusammenfassen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Zielgruppe und Positionierung schärfen

    ca. 3 Std.

    Du entscheidest, wen du ansprichst, und formulierst ein Nutzenversprechen, das sich abhebt.

    • Entscheider, Beeinflusser und Nutzer in deinem Fall bestimmen
    • Drei Varianten eines Nutzenversprechens schreiben und an zwei Personen testen
    • Für das gewählte Versprechen drei belegbare Gründe sammeln

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Marketing-Mix gestalten

    ca. 4 Std.

    Du legst die Instrumente fest und prüfst, ob sie zur Positionierung passen.

    • Für jedes P zwei konkrete Entscheidungen notieren
    • Preise mit der Konkurrenz vergleichen und begründen
    • Eine Konsistenzprüfung machen: Würde ein Kunde bei jedem P dieselbe Marke erkennen?

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Customer Journey und Massnahmen

    ca. 4 Std.

    Du zeichnest den Weg der Zielgruppe und planst passende Massnahmen pro Phase.

    • Eine Customer Journey Map in Miro oder FigJam erstellen
    • Pro Phase ein bis drei Massnahmen mit Kanal, Botschaft und Verantwortlichem festlegen
    • Lücken identifizieren, z.B. fehlende Kundenbindung nach dem Kauf

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Budget, Zeitplan und Kennzahlen

    ca. 4 Std.

    Du machst das Konzept umsetzbar und messbar.

    • Offerten oder Richtpreise für drei Massnahmen einholen
    • Budget in Excel mit Reserve erstellen und einen Gantt-Zeitplan anlegen
    • Für jedes Ziel KPI, Zielwert, Datenquelle und Messzeitpunkt festlegen

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel5

  6. 6

    Konzept präsentieren

    ca. 4 Std.

    Du bereitest eine Entscheidungspräsentation vor und übst sie mit kritischem Publikum.

    • Folien nach dem Prinzip eine Aussage pro Folie gestalten
    • Die drei wahrscheinlichsten Einwände aufschreiben und Antworten vorbereiten
    • Generalprobe mit Zeitmessung und Feedback aufnehmen

    Trainiert Kompetenz C3E3F1F2F3

    Lernziel653

Üben

Übungen aus der Praxis

Instrumente dem Marketing-Mix zuordnen

Einstieg Einstieg

Eine Kletterhalle in Luzern plant folgende Massnahmen: Einführung eines 10er-Abos, Instagram-Reels mit Kletterrouten, längere Öffnungszeiten am Sonntag, Schulung des Personals für Anfängerkurse, Online-Ticketkauf, neue Beleuchtung im Eingangsbereich, 20 % Rabatt für Studierende.

Weist nach C1

  1. Jede Massnahme einem der 7P zuordnen
  2. Für zwei P, die noch leer sind, eigene Massnahmen ergänzen
  3. Prüfen, ob alle Massnahmen zu einer Positionierung als 'Kletterhalle für Einsteiger' passen
Tipp anzeigen

Einige Massnahmen passen zu mehr als einem P. Entscheide nach dem Hauptzweck.

Lösungsskizze anzeigen

10er-Abo und Studierendenrabatt: Price. Reels: Promotion. Öffnungszeiten und Online-Ticketkauf: Place oder Process. Schulung: People. Beleuchtung: Physical Evidence. Ergänzung Product: geführte Schnupperstunde. Passend zur Positionierung, nur die Reels sollten auch einfache Routen zeigen.

Customer Journey für einen Velokurier

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Velokurier in Zürich will Anwaltskanzleien und Arztpraxen als Stammkunden für eilige Dokumente und Laborproben gewinnen. Budget: CHF 6'000 für ein halbes Jahr.

Weist nach B2D2E2

  1. Entscheider und Nutzer in einer Kanzlei bestimmen
  2. Eine Customer Journey mit fünf Phasen erstellen
  3. Pro Phase eine Massnahme mit Kosten planen
  4. Für zwei Massnahmen eine Kennzahl mit Zielwert festlegen
Tipp anzeigen

Kanzleien und Praxen reagieren selten auf Instagram. Überlege, wo Office-Managerinnen nach Lösungen suchen.

Lösungsskizze anzeigen

Entscheiderin: Office-Managerin oder Praxisleitung. Phasen: Aufmerksamkeit (Google-Suchanzeigen 'Kurier Zürich sofort', Direct Mailing mit Gratis-Testfahrt), Interesse (Landingpage mit Tarifen, Zustellzeiten, Schweigepflicht), Entscheidung (Online-Buchung, Monatsrechnung), Erlebnis (Zustellbestätigung per SMS), Bindung (Mengenrabatt ab 20 Fahrten). Kennzahlen: Kosten pro Neukunde unter CHF 150, 30 Stammkunden nach 6 Monaten.

Konzept und Pitch für eine Kinokampagne

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein unabhängiges Kino in St. Gallen verliert jüngeres Publikum an Streamingdienste. Die Geschäftsleitung gibt CHF 15'000 frei und will in einem Jahr 20 % mehr Eintritte von Personen unter 30.

Weist nach A3B3C3D3E3F3

  1. Ausgangslage und SMART-Ziele formulieren
  2. Positionierung und Nutzenversprechen für die Zielgruppe unter 30 entwickeln
  3. Marketing-Mix nach 7P festlegen
  4. Massnahmen entlang der Customer Journey mit Budget und Zeitplan planen
  5. Eine Präsentation von 10 Minuten mit Entscheidungsfolie erstellen
Tipp anzeigen

Ein Kino verkauft nicht nur Filme, sondern ein Erlebnis. Überlege, was Streaming zu Hause nicht bieten kann.

Lösungsskizze anzeigen

Positionierung als Treffpunkt: Filmabende mit Bar und Diskussion, Previews, Studierenden-Mittwoch. Price: Under-30-Pass für CHF 15 pro Monat. Promotion: Instagram- und TikTok-Clips, Kooperation mit Hochschule und Studierendenverbänden. Process: Ticketkauf per App. Budget mit Reserve, KPI: Eintritte unter 30 aus dem Kassensystem, Anzahl Pässe, Interaktionsrate. Schlussfolie mit klarer Bitte um Entscheid.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Welche vier Fragen beantwortet ein Marketingkonzept?

Wo stehen wir (Analyse)? Wohin wollen wir (Ziele)? Wie kommen wir dorthin (Strategie und Massnahmen)? Woran messen wir den Erfolg (Kontrolle)?

Welche drei P kommen beim 7P-Modell zu den klassischen 4P dazu?

People (Personal), Process (Abläufe) und Physical Evidence (sichtbares Umfeld, z.B. Räume, Ausstattung, Unterlagen).

Warum unterscheidet man im B2B-Marketing zwischen Entscheider und Nutzer?

Weil oft eine andere Person kauft, als das Angebot nutzt. Die Kommunikation muss die Argumente des Entscheiders treffen, z.B. Aufwand und Kosten, nicht nur die des Nutzers.

Was ist ein Touchpoint?

Jeder Kontaktpunkt zwischen Kunde und Marke, z.B. eine Anzeige, die Website, ein Telefonat oder die Rechnung.

Warum gehört eine Reserve ins Marketingbudget?

Weil Kosten oft höher ausfallen als geplant und weil gut laufende Massnahmen kurzfristig verstärkt werden sollen.

Welche vier Angaben braucht jede Kennzahl im Konzept?

Die Kennzahl selbst, den Zielwert, die Datenquelle und den Zeitpunkt der Messung.

Wie sollte die letzte Folie einer Konzeptpräsentation aussehen?

Sie fasst Nutzen und Kosten zusammen und formuliert die konkrete Entscheidung, die du von den Zuhörenden brauchst.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Mit Massnahmen beginnen, bevor Ziele und Zielgruppe feststehen. So entsteht eine Ideensammlung statt eines Konzepts.
  • Eine Positionierung wählen, die niemand belegen kann, z.B. 'beste Qualität' ohne Begründung.
  • Den Marketing-Mix mit Promotion gleichsetzen und Produkt, Preis und Distribution vergessen.
  • Das Budget ohne Reserve planen und Produktionskosten wie Fotos oder Texte nicht einrechnen.
  • Kennzahlen festlegen, für die keine Datenquelle existiert.
  • Folien mit ganzen Absätzen füllen und die Präsentation vom Blatt ablesen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Zeige in jedem Teil des Konzepts die Verbindung zum vorherigen: Ziel, dann Zielgruppe, dann Massnahme, dann Kennzahl.
  • Halte das Budget als Tabelle mit Summe und Reserve fest. Die Zahlen müssen aufgehen.
  • Übe die Präsentation mit Stoppuhr. Wer die Zeit überschreitet, verliert oft Punkte im Bereich Auftreten.
  • Bereite für die Fragerunde drei Einwände vor und beantworte sie mit Zahlen oder Beispielen.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Marketingkonzept
Schriftlicher Plan, der Ziele, Zielgruppen, Strategie, Massnahmen, Budget und Erfolgskontrolle verbindet.
Marketing-Mix
Kombination der Instrumente Produkt, Preis, Distribution und Kommunikation, bei Dienstleistungen ergänzt um Personal, Prozesse und Umfeld.
Positionierung
Bewusst gewählte Stellung eines Angebots gegenüber der Konkurrenz in der Wahrnehmung der Zielgruppe.
Nutzenversprechen
Kurze Aussage, welchen konkreten Vorteil die Zielgruppe vom Angebot hat.
Customer Journey
Weg einer Person vom ersten Kontakt mit einer Marke bis zum Kauf und darüber hinaus.
Touchpoint
Kontaktpunkt zwischen Kunde und Unternehmen.
KPI
Key Performance Indicator: Kennzahl, mit der die Zielerreichung gemessen wird.
Gantt-Diagramm
Balkendiagramm, das Aufgaben und ihre Dauer auf einer Zeitachse zeigt.

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Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

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So helfen wir dir bei Modul 279

  • Wir prüfen dein Konzept auf den roten Faden: Passt jede Massnahme zu einem Ziel und zur gewählten Zielgruppe?
  • Wir schärfen mit dir Positionierung und Nutzenversprechen, bis sie in einem Satz sitzen und belegbar sind.
  • Wir erstellen gemeinsam Budget und Gantt-Zeitplan in Excel und rechnen durch, ab wann sich die Massnahmen bezahlt machen.
  • Wir simulieren deine Präsentation als kritische Geschäftsleitung, stellen unbequeme Fragen und geben dir Feedback zu Folien und Auftreten.

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