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Marketing & Kommunikation · Social Media

Social-Media-Kanäle aufbauen und bewirtschaften

Du baust Social-Media-Kanäle für einen Betrieb strategisch auf, planst und produzierst Inhalte und betreust die Community professionell.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 24 Std. SelbststudiumMediamatik: 3. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Social Media#Instagram#LinkedIn#TikTok#Redaktionsplan#Community Management#Meta Business Suite#Content-Strategie#Social-Media-Guidelines

Überblick

Worum geht es?

Ein Instagram-Konto ist schnell erstellt, aber ein Kanal, der dem Betrieb wirklich nützt, braucht Strategie und Disziplin. In diesem Modul wählst du die passenden Plattformen für Ziel und Zielgruppe, richtest Business-Konten mit sauberen Rollen und Zugängen ein und entwickelst Content-Säulen und einen Redaktionsplan. Du produzierst plattformgerechte Inhalte, beantwortest Kommentare und Nachrichten, reagierst ruhig auf Kritik und kennst die rechtlichen Grenzen bei Bildern, Musik und Gewinnspielen. Mit den Statistiken der Plattformen prüfst du, was funktioniert, und passt den Plan an.

Wofür brauchst du das?

Für viele KMU sind Instagram und LinkedIn heute der wichtigste Kontakt zu Kundschaft und Bewerbenden. Lernende in Mediamatik übernehmen in Agentur und Marketingabteilung oft genau diese Kanäle. Wer strategisch plant, rechtssicher postet und in heiklen Momenten richtig reagiert, schützt den Ruf des Betriebs und macht die eigene Arbeit messbar. Das Modul setzt die Konzepte aus 279 und 280 um und liefert die Daten für 282.

Das solltest du schon können

  • Zielgruppen, Positionierung und Marketingziele aus einem Konzept ableiten (Modul 279)
  • Fotos für digitale Kanäle aufnehmen und bearbeiten (Modul 265)
  • Konten mit Passwortmanager und MFA absichern (Modul 286)
  • Private Erfahrung mit mindestens einer Social-Media-Plattform

Typische Tools & Technologien

Meta Business SuiteInstagram / FacebookLinkedIn-UnternehmensseiteTikTokCanva / Adobe ExpressCapCut / Premiere RushLater / Hootsuite / BufferExcel / Notion Redaktionsplan

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Die passenden Plattformen für Ziel und Zielgruppe auswählen

    Kompetenz A

    Du vergleichst Plattformen nach Nutzerschaft, Formaten, Aufwand und Ziel. Statt überall präsent zu sein, wählst du wenige Kanäle, die der Betrieb mit seinen Ressourcen regelmässig bespielen kann, und hältst die Rolle jedes Kanals fest.

    Situation

    Die Elektro Steiner AG in Frauenfeld mit 35 Mitarbeitenden findet kaum noch Lernende und will zudem Hauseigentümer für Solaranlagen gewinnen. Die Marketingverantwortliche hat 4 Stunden pro Woche Zeit.

    Deine Aufgabe

    Lege fest, welche Kanäle welche Aufgabe übernehmen.

    Gutes Ergebnis

    Instagram: Lernenden-Rekrutierung mit Einblicken in den Arbeitsalltag, 2 Posts und 3 Stories pro Woche. LinkedIn: Fachkompetenz bei Solar und Referenzprojekten für Hauseigentümer und Architekten, 1 Beitrag pro Woche. TikTok wird bewusst nicht bespielt, weil die Zeit für regelmässige Videos fehlt.

    PlattformprofilZielgruppe pro KanalKanalrolleRessourcenplanungPosting-Frequenz
  2. 2

    Business-Konten professionell einrichten und Zugriffe sicher verwalten

    Kompetenz B

    Du richtest Unternehmenskonten statt privater Profile ein, verbindest Instagram und Facebook in der Meta Business Suite und vergibst Rollen so, dass der Betrieb jederzeit Zugriff behält, auch wenn Mitarbeitende gehen. Profil, Bio, Link und Kontaktangaben gestaltest du einheitlich und vollständig.

    Situation

    Der Instagram-Kanal einer Bäckerei läuft über das private Handy und Passwort eines ehemaligen Mitarbeiters. Niemand im Betrieb kann sich noch einloggen.

    Deine Aufgabe

    Plane den Neuaufbau so, dass das nicht wieder passiert.

    Gutes Ergebnis

    Meta-Business-Portfolio auf die Firmen-E-Mail registriert, zwei Personen mit Vollzugriff, Lernende mit eingeschränkter Rolle für Inhalte. Zugangsdaten im Firmen-Passwortmanager, MFA aktiv. Bio mit Standort, Öffnungszeiten und Link zur Bestellseite, Profilbild im Corporate Design.

    Business- bzw. Creator-KontoMeta Business SuiteRollen und BerechtigungenBio und LinkMFAKonto-Wiederherstellung
  3. 3

    Content-Säulen und einen Redaktionsplan entwickeln

    Kompetenz C, F

    Du legst drei bis fünf wiederkehrende Themenbereiche fest, die zur Marke passen und die Zielgruppe interessieren. Im Redaktionsplan planst du Datum, Kanal, Format, Thema, Text, Verantwortliche und Status für mehrere Wochen im Voraus und berücksichtigst saisonale Anlässe.

    Situation

    Die Elektro Steiner AG postet bisher spontan, oft zwei Wochen lang gar nichts.

    Deine Aufgabe

    Erstelle Content-Säulen und einen Redaktionsplan für Oktober.

    Gutes Ergebnis

    Säulen: 'Ein Tag als Lernende' (40 %), 'Solarprojekte aus der Region' (30 %), 'Tipps zum Stromsparen' (20 %), 'Team und Firma' (10 %). Plan in Excel mit 12 Instagram- und 4 LinkedIn-Beiträgen, inklusive Vorankündigung des Nationalen Zukunftstags im November und der regionalen Berufsmesse. Jede Zeile hat Verantwortliche und Status von Idee bis Veröffentlicht.

    Content-SäulenRedaktionsplanThemenmixsaisonale AnlässeContent-RecyclingFreigabeprozess
  4. 4

    Plattformgerechte Inhalte produzieren und veröffentlichen

    Kompetenz D

    Du produzierst Inhalte im richtigen Format für jede Plattform: Hochformat 4:5 für den Instagram-Feed, 9:16 für Reels und Stories, sachlicher Ton auf LinkedIn. Du schreibst Texte mit Einstieg, Nutzen und Handlungsaufforderung, setzt Untertitel und Alt-Texte und planst Beiträge zeitgesteuert.

    Situation

    Ein Lernender der Elektro Steiner AG montiert zum ersten Mal Solarmodule auf einem Dach in Weinfelden.

    Deine Aufgabe

    Mache aus dem Einsatz ein Reel und einen LinkedIn-Beitrag.

    Gutes Ergebnis

    Reel 1080 × 1920 px, 25 Sekunden, Hook in der ersten Sekunde ('Mein erster Tag auf dem Dach'), Untertitel, Musik aus der Bibliothek des Unternehmenskontos, die für die kommerzielle Nutzung freigegeben ist. LinkedIn: Foto 1200 × 1200 px, Text mit Projektdaten (12 kWp, 28 Module) und Hinweis auf offene Lehrstellen. Beide Beiträge in der Meta Business Suite bzw. auf LinkedIn zeitgesteuert geplant.

    Bildformate 4:5 und 9:16HookCaptionHashtagsAlt-TextUntertitelZeitsteuerung
  5. 5

    Die Community betreuen und kritische Situationen ruhig lösen

    Kompetenz E

    Du beantwortest Kommentare und Nachrichten innert einer festgelegten Frist, freundlich und im Ton der Marke. Bei Kritik unterscheidest du zwischen berechtigter Beschwerde, Missverständnis und Troll und weisst, wann du öffentlich antwortest, in die Direktnachricht wechselst oder eskalierst.

    Situation

    Unter einem Beitrag der Bäckerei schreibt eine Kundin: 'Gestern stand ich 20 Minuten an und dann waren die Gipfeli aus. Unprofessionell!' Der Kommentar hat nach einer Stunde schon 15 Likes.

    Deine Aufgabe

    Formuliere eine Antwort und lege das weitere Vorgehen fest.

    Gutes Ergebnis

    Öffentliche Antwort innert zwei Stunden: 'Liebe Sandra, das tut uns leid, gerade nach so langem Warten. Am Samstag war die Nachfrage grösser als erwartet. Wir schreiben dir eine Nachricht.' Per Direktnachricht ein Gutschein für zwei Gipfeli. Intern: Info an die Filialleitung zur Produktionsmenge am Samstag.

    ReaktionszeitTonalitätNetiquetteEskalationsstufenShitstormModeration
  6. 6

    Rechtliche Vorgaben einhalten und Social-Media-Guidelines festlegen

    Kompetenz E

    Du prüfst vor jedem Beitrag Bildrechte, Musikrechte und das Recht am eigenen Bild abgebildeter Personen. Du kennzeichnest bezahlte Kooperationen, planst Gewinnspiele mit klaren Teilnahmebedingungen und hältst in Guidelines fest, wer was posten darf und wie Mitarbeitende privat über den Betrieb sprechen.

    Situation

    Für einen Beitrag über das Teamevent möchte die Elektro Steiner AG Gruppenfotos und einen bekannten Popsong verwenden. Zudem ist ein Gewinnspiel mit Verlosung eines Solar-Powerbanks geplant.

    Deine Aufgabe

    Prüfe die rechtlichen Punkte und halte Regeln fest.

    Gutes Ergebnis

    Fotos nur mit Einwilligung aller erkennbaren Personen, die Lernenden wurden vorab schriftlich gefragt. Popsong nur über die Musikbibliothek der Plattform, nicht als eigene Datei im Video. Gewinnspiel mit Teilnahmebedingungen, Veranstalter, Teilnahmeschluss und dem Hinweis, dass Instagram nicht beteiligt ist. Zwei Seiten Guidelines mit Zuständigkeiten, Freigaben und Verhalten bei Krisen.

    UrheberrechtRecht am eigenen BildMusiklizenzGewinnspielbedingungenWerbekennzeichnungSocial-Media-Guidelines
  7. 7

    Kanalstatistiken auswerten und den Plan anpassen

    Kompetenz F

    Du liest die Statistiken in Meta Business Suite und LinkedIn: Reichweite, Interaktionen, Interaktionsrate, Profilaufrufe, Link-Klicks und Follower-Entwicklung. Du vergleichst Beiträge nach Content-Säule und Format und leitest konkrete Anpassungen für den nächsten Monat ab.

    Situation

    Nach drei Monaten hat der Instagram-Kanal der Elektro Steiner AG 420 Follower. Reels erreichen im Schnitt 2'300 Konten, Bildbeiträge nur 380.

    Deine Aufgabe

    Werte die Zahlen aus und passe den Redaktionsplan an.

    Gutes Ergebnis

    Interaktionsrate pro Reichweite: Reels 6.1 %, Bilder 3.4 %. Die Säule 'Ein Tag als Lernende' bringt die meisten Profilaufrufe und drei Schnupperanfragen. Anpassung: Reels von einem auf drei pro Woche erhöhen, Stromspartipps als Karussell testen, Bildbeiträge reduzieren.

    ReichweiteImpressionenInteraktionsrateProfilaufrufeLink-KlicksMonatsreport

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Kanalstrategie

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Konten einrichten und Zugriffe verwalten

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Content-Säulen und Redaktionsplan

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Inhalte produzieren

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Community, Recht und Guidelines

Ziel 5Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Auswerten und optimieren

Ziel 7Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Neue Kanäle für das Pflegezentrum Talgarten

Jana ist Mediamatikerin im 3. Lehrjahr in der Kommunikationsabteilung des Pflegezentrums Talgarten in Sursee mit 160 Mitarbeitenden. Das Heim findet zu wenig Pflegefachpersonen, und die Facebook-Seite wurde seit einem Jahr nicht mehr gepflegt. Die Leiterin Kommunikation gibt Jana sechs Monate Zeit, die Social-Media-Kanäle neu aufzubauen.

  1. Kapitel 1

    Wo sind die Pflegefachleute?

    Jana klärt zuerst die zwei Ziele: mehr Bewerbungen und ein gutes Bild bei den Angehörigen. Sie wählt Instagram für junge Pflegefachleute und Lernende, Facebook für Angehörige ab 50 und LinkedIn für diplomierte Fachpersonen. TikTok streicht sie, weil niemand regelmässig Videos liefern kann. Dann stellt sich heraus, dass die Facebook-Seite über das private Konto einer pensionierten Mitarbeiterin läuft. Jana lässt die Rechte in der Meta Business Suite übertragen, setzt zwei Admins mit Zwei-Faktor-Authentifizierung ein und legt die Zugänge im Passwortmanager ab.

    Ziel 1Ziel 2

  2. Kapitel 2

    Drei Säulen, zwölf Wochen

    Jana definiert drei Content-Säulen: Menschen im Talgarten, Alltag und Aktivitäten sowie Ausbildung und Jobs. Im Redaktionsplan in Excel plant sie für Instagram drei Beiträge pro Woche, für Facebook zwei und für LinkedIn einen. Nach zwei Wochen ist sie im Rückstand, weil die Pflegeteams im Alltag keine Zeit für Fotos haben. Sie vereinbart deshalb einen festen Drehtag pro Monat und produziert Inhalte auf Vorrat.

    Ziel 3

  3. Kapitel 3

    Ein Tag mit Ardit

    Am ersten Drehtag begleitet Jana den FaGe-Lernenden Ardit und schneidet in CapCut ein Reel von 35 Sekunden. Die ersten zwei Sekunden zeigen eine Frage, die neugierig macht, und Untertitel sind Pflicht, weil die meisten ohne Ton schauen. Im Hintergrund einer Szene ist eine Bewohnerin zu sehen, die nicht eingewilligt hat, also schneidet Jana die Szene heraus. Statt eines bekannten Popsongs nutzt sie Musik aus der Instagram-Bibliothek, die für Firmenkonten freigegeben ist.

    Ziel 4Ziel 6

  4. Kapitel 4

    Der Kommentar am Sonntagabend

    Ein Angehöriger schreibt auf Facebook, seine Mutter habe zwei Stunden auf Hilfe gewartet. Jana antwortet nicht sofort, sondern informiert zuerst die diensthabende Leitung. Nach drei Stunden antwortet sie öffentlich, zeigt Verständnis und bietet ein persönliches Gespräch an, ohne Gesundheitsdaten zu nennen. Aus dem Fall entstehen Social-Media-Guidelines: wer antwortet, innert welcher Frist, was nie öffentlich geschrieben wird und wann die Geschäftsleitung informiert wird.

    Ziel 5Ziel 6

  5. Kapitel 5

    Was die Zahlen sagen

    Nach drei Monaten hat der Instagram-Kanal 610 Follower. Reels mit Mitarbeitenden erreichen eine Interaktionsrate von 6.8 %, Fotos von Aktivitäten nur 1.9 %. Über Links mit UTM-Parametern sieht Jana, dass 4 von 11 Bewerbungen über LinkedIn kamen. Sie schlägt der Geschäftsleitung vor, weniger Aktivitätsfotos und dafür alle zwei Wochen ein Reel mit Mitarbeitenden zu posten, und passt den Redaktionsplan an.

    Ziel 7Ziel 3

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Plattformen verstehen und auswählen

    ca. 3 Std.

    Du lernst die Unterschiede der Plattformen kennen und triffst eine begründete Kanalwahl für einen Betrieb.

    • Drei Schweizer KMU auf Instagram, LinkedIn und TikTok analysieren: Inhalte, Frequenz, Interaktionen
    • Ein Plattformprofil mit Zielgruppe, Formaten und Aufwand pro Kanal erstellen
    • Für deinen Fallbetrieb die Rolle jedes Kanals in einem Satz festhalten

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Kanäle sauber einrichten

    ca. 3 Std.

    Du richtest Business-Konten ein oder überprüfst bestehende und regelst Rollen und Zugänge.

    • Ein Test-Business-Portfolio in der Meta Business Suite anlegen und Instagram verbinden
    • Rollen für Inhaber, Marketing und Lernende definieren
    • Bio, Profilbild, Link und Kontaktangaben nach einer Checkliste optimieren

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Content-Strategie und Redaktionsplan

    ca. 4 Std.

    Du entwickelst Content-Säulen und einen Redaktionsplan für einen Monat.

    • Vier Content-Säulen mit Anteilen und Beispielthemen festlegen
    • Einen Redaktionsplan in Excel oder Notion mit Status und Verantwortlichen aufbauen
    • Saisonale Anlässe und Branchentermine für ein Quartal eintragen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Inhalte produzieren

    ca. 6 Std.

    Du produzierst Beiträge in verschiedenen Formaten und schreibst passende Texte.

    • Ein Reel mit Hook, Untertiteln und Musik aus der Plattformbibliothek schneiden
    • Ein Karussell mit 5 Folien in Canva gestalten
    • Für denselben Inhalt einen Instagram- und einen LinkedIn-Text schreiben und vergleichen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Community, Krisen und Recht

    ca. 4 Std.

    Du übst Antworten auf schwierige Kommentare und klärst die rechtlichen Fragen rund um Inhalte.

    • Zehn reale Kommentare von Unternehmensseiten beantworten und im Team vergleichen
    • Einen Eskalationsplan für einen Shitstorm skizzieren
    • Social-Media-Guidelines für deinen Lehrbetrieb auf zwei Seiten entwerfen

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel56

  6. 6

    Auswerten und verbessern

    ca. 3 Std.

    Du wertest die Statistiken eines Kanals aus und passt den Plan datenbasiert an.

    • Statistiken eines Monats aus Meta Business Suite und LinkedIn exportieren
    • Beiträge nach Säule und Format vergleichen und die Interaktionsrate berechnen
    • Einen Monatsreport mit drei konkreten Anpassungen erstellen

    Trainiert Kompetenz C3D3F1F2F3

    Lernziel73

Üben

Übungen aus der Praxis

Fünf Kommentare, fünf Antworten

Einstieg Einstieg

Ein Fitnessstudio in Schaffhausen erhält an einem Tag folgende Kommentare: eine Frage zu den Öffnungszeiten an Feiertagen, ein Lob für einen Trainer, eine Beschwerde über defekte Duschen, ein Spam-Kommentar mit Link und eine beleidigende Nachricht ohne Bezug zum Studio.

Weist nach E1

  1. Jeden Kommentar einer Kategorie zuordnen: Frage, Lob, Kritik, Spam, Troll
  2. Für jede Kategorie entscheiden: öffentlich antworten, privat antworten, ausblenden oder melden
  3. Die Antworten im Ton des Studios formulieren
Tipp anzeigen

Berechtigte Kritik nie löschen. Das wirkt, als hätte der Betrieb etwas zu verbergen.

Lösungsskizze anzeigen

Frage: öffentlich und konkret beantworten. Lob: persönlich danken, Trainer markieren. Kritik: öffentlich anerkennen, Lösung nennen, Details per Direktnachricht. Spam: löschen und melden. Beleidigung: ausblenden, bei Wiederholung blockieren, nicht diskutieren.

Redaktionsplan für eine Buchhandlung

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine unabhängige Buchhandlung in Solothurn will über Instagram mehr Besuchende zwischen 20 und 40 Jahren gewinnen. Die zwei Mitarbeitenden haben zusammen 3 Stunden pro Woche für Social Media.

Weist nach A2C2D2

  1. Ziel und Rolle des Kanals festlegen
  2. Vier Content-Säulen mit Anteilen definieren
  3. Einen Redaktionsplan für vier Wochen mit Format, Thema, Text-Stichworten und Verantwortlichen erstellen
  4. Zwei Beiträge vollständig produzieren
Tipp anzeigen

Plane realistisch: Lieber drei gute Beiträge pro Woche als sieben, die nach zwei Wochen ausbleiben.

Lösungsskizze anzeigen

Säulen z.B. 'Buchtipp in 30 Sekunden' (Reel), 'Hinter dem Ladentisch', 'Lesungen und Events', 'Lokale Autorinnen'. Drei Beiträge pro Woche plus Stories. Plan mit Spalten Datum, Säule, Format, Thema, Caption, Hashtags, Verantwortlich, Status. Beiträge mit Hook, Untertiteln und Hinweis auf die nächste Lesung.

Relaunch eines vernachlässigten Firmenkanals

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Hotel im Berner Oberland hat einen Instagram-Kanal mit 2'800 Followern, aber seit acht Monaten keinen Beitrag mehr. Das Login liegt bei einer ehemaligen Praktikantin. Auf Tripadvisor kritisieren mehrere Gäste das Frühstück, und diese Kritik taucht nun auch in Instagram-Kommentaren auf.

Weist nach A3B3E3F3

  1. Den Zugang zum Konto wiederherstellen und Rollen sowie Sicherheit neu regeln
  2. Kanalrolle, Zielgruppe und Content-Säulen für die Wintersaison festlegen
  3. Einen Plan für den Umgang mit der Frühstückskritik ausarbeiten
  4. Social-Media-Guidelines mit Freigabeprozess und Regeln für Gästefotos schreiben
  5. Kennzahlen für die ersten drei Monate festlegen und einen Monatsreport skizzieren
Tipp anzeigen

Die Frühstückskritik ist kein Social-Media-Problem allein. Kläre zuerst, was das Hotel in der Küche verbessert, bevor du darüber kommunizierst.

Lösungsskizze anzeigen

Zugang über den Meta-Support mit Firmendokumenten wiederherstellen, danach Business-Portfolio mit Firmen-E-Mail, zwei Admins, MFA. Säulen: Region und Aktivitäten, Zimmer und Wellness, Team, Gästeerlebnisse. Kritik: ehrlich anerkennen, Verbesserung nennen (z.B. regionales Frühstücksbuffet), dann zeigen statt behaupten. Gästefotos nur mit Einwilligung reposten. KPIs: Reichweite, Interaktionsrate, Profilaufrufe, Klicks auf den Buchungslink.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Warum sollte ein Betrieb nicht auf allen Plattformen gleichzeitig aktiv sein?

Weil jeder Kanal regelmässige, plattformgerechte Inhalte braucht. Mit begrenzten Ressourcen sind wenige gut gepflegte Kanäle wirksamer als viele verwaiste.

Welche Bildformate verwendest du für Instagram-Feed und Reels?

Für den Feed Hochformat 4:5 mit 1080 × 1350 px, für Reels und Stories 9:16 mit 1080 × 1920 px.

Wie berechnest du die Interaktionsrate eines Beitrags?

Interaktionen (Likes, Kommentare, Speicherungen, Teilen) geteilt durch die Reichweite, mal 100. Wichtig ist, immer dieselbe Basis zu verwenden.

Darfst du ein Foto aus einer Google-Bildersuche für einen Firmenbeitrag verwenden?

Nein, nur wenn du die Nutzungsrechte hast, z.B. durch eine Lizenz, eine Bilddatenbank mit passender Lizenz oder die Erlaubnis des Urhebers.

Was gehört in Social-Media-Guidelines eines Betriebs?

Zuständigkeiten und Freigaben, Tonalität, Reaktionszeiten, Regeln zu Bildern und Personen, Verhalten bei Kritik und Krisen sowie Hinweise für private Posts von Mitarbeitenden über den Betrieb.

Wann wechselst du von einer öffentlichen Antwort in die Direktnachricht?

Wenn persönliche Daten, Bestellnummern oder individuelle Lösungen nötig sind. Öffentlich zeigst du kurz, dass du das Anliegen ernst nimmst.

Warum sollten Firmenkonten nicht an private Logins gebunden sein?

Weil der Betrieb sonst den Zugang verliert, wenn die Person geht oder ihr privates Konto gesperrt wird. Firmenkonten gehören auf Firmen-E-Mail-Adressen mit mehreren Admins.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Ohne Ziel und Content-Säulen posten und dann nach drei Wochen keine Ideen mehr haben.
  • Dasselbe Bild mit demselben Text auf allen Plattformen veröffentlichen, ohne Format und Ton anzupassen.
  • Musik aus Spotify oder YouTube als eigene Datei in Firmenvideos einbauen.
  • Kritische Kommentare löschen statt beantworten und damit einen Shitstorm erst richtig auslösen.
  • Mitarbeitende oder Gäste ohne Einwilligung erkennbar zeigen.
  • Nur Follower zählen und Interaktionen, Profilaufrufe und Anfragen ignorieren.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Begründe jede Kanalwahl mit Zielgruppe, Ziel und verfügbaren Ressourcen des Fallbetriebs.
  • Gib bei Produktionsaufgaben immer Format, Pixelmasse, Länge und Text mit Hook und Call to Action an.
  • Formuliere Antworten auf Kritik nach dem Muster: Verständnis zeigen, Ursache oder Lösung nennen, nächsten Schritt anbieten.
  • Nenne bei rechtlichen Fragen den konkreten Punkt (Bildrecht, Musikrecht, Recht am eigenen Bild) und die Lösung.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Content-Säule
Wiederkehrender Themenbereich, aus dem regelmässig Beiträge entstehen.
Redaktionsplan
Planung aller Beiträge mit Datum, Kanal, Format, Inhalt, Verantwortlichen und Status.
Meta Business Suite
Werkzeug von Meta, um Facebook- und Instagram-Unternehmenskonten zu verwalten, Beiträge zu planen und Statistiken zu sehen.
Reichweite
Anzahl unterschiedlicher Konten, die einen Beitrag mindestens einmal gesehen haben.
Impressionen
Gesamtzahl der Anzeigen eines Beitrags, auch mehrfach bei derselben Person.
Interaktionsrate
Anteil der Interaktionen an der Reichweite oder an den Followern in Prozent.
Hook
Einstieg in den ersten Sekunden eines Videos, der zum Weiterschauen bewegt.
Community Management
Betreuung der Personen, die mit einem Kanal interagieren, z.B. durch Antworten und Moderation.
Shitstorm
Plötzliche Welle von negativen, oft emotionalen Reaktionen in sozialen Medien.

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Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

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So helfen wir dir bei Modul 281

  • Wir analysieren mit dir die Kanäle deines Lehrbetriebs und erarbeiten eine Kanalstrategie mit realistischer Posting-Frequenz.
  • Wir bauen gemeinsam einen Redaktionsplan in Excel oder Notion auf, mit Content-Säulen, Status und Freigaben, den du direkt im Betrieb nutzen kannst.
  • Wir trainieren Antworten auf schwierige Kommentare und spielen einen Shitstorm Schritt für Schritt durch.
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